Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 800x534"Ich bin ein Freund des Biedermeier. Ich mag die Möbel, und ich mag die politische Gesinnung." Karl und Martha Merkatz in ihrer Stube in Straßwalchen.
Der Schauspieler und Ex-Mundl Karl Merkatz wohnt in einem winzigen Barockhaus in der Nähe von Salzburg. Wojciech Czaja zog den Kopf ein und betrat das Gemäuer.
"Ich bin ein echter Niederösterreicher. 22 Jahre lang habe ich allerdings in Deutschland gelebt, war an diversen Theatern in München, Nürnberg, Köln und Hamburg engagiert. Mit dem Mundl 1975 kam der Zeitpunkt, mich von den ganzen Werkverträgen zu lösen. Außerdem wollten meine Frau Martha - wir sind jetzt seit 56 Jahren verheiratet - und ich unbedingt nach Österreich. Das war damals die Zeit der Suez-Unruhen. Und ich dachte mir: Ich bin bereits vom Krieg gezeichnet. Das will ich nicht noch einmal erleben - schon gar nicht als Gastarbeiter im fremden Land.
Salzburg war ein guter Kompromiss - nah genug zu München, wo ich damals noch tätig war, aber auch nicht mehr ganz so weit weg vom echten Wien. Von Anfang an war klar: Wir wollen raus aufs Land, wir wollen unabhängig sein, und wenn's sein muss, wollen wir uns eines Tages selbst versorgen können.
Das Haus liegt in Straßwalchen, in einem wunderschönen Garten am Ortsrand. Insgesamt gibt es auf dem Grundstück drei Handwerkshäuser. Unseres ist das alte Schusterhäusl, nebenan war die Weberin daheim, und dann gab es noch einen Bauern mit zwei Kühen. In ihrer Grundsubstanz stammen die Häuser aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Meine Tochter hat eines Tages eine Rechnung entdeckt, die unter dem Holztram im Dachgeschoß eingezwickt war: Früchte und Gemüse, ausgestellt im Jahr 1678. Faszinierend! Um 1800 herum und dann auch im Zuge des 19. Jahrhunderts wurden die Häuser aufgestockt und erweitert. Es ist also eine wilde Mischung aus Barock und Biedermeier.
Die Grundfläche des Hauses beträgt zehn mal 15 Meter. Die Mauern sind dick, die Fenster winzig, und die Raumhöhe misst 2,20 Meter im Erdgeschoß und 1,90 Meter im Obergeschoß. Unterm Holzbalken sind's überhaupt nur 1,75. Mich dünkt, die Menschen waren früher kleiner. Ich hab mir schon oft den Schädel angehaut.
Als Fundament lag hier in der Stube ein dicker, fetter Eichenstamm unter der Mauer. Der war, als wir das Haus gekauft haben, durch das Hangwasser total angemodert, und so haben wir ihn ausgetauscht. In den Räumen im Erdgeschoß gab es damals nur einen Stampflehmboden mit Holz drauf. Im Winter war das feucht und ungemütlich kalt. Wir haben später eine Bodenplatte eingezogen und eine Zentralheizung installiert.
Abgesehen davon ist das Haus ziemlich unberührt. Die Fenster sind nicht ganz dicht, die Wände können atmen, die Feuchtigkeit kann entweichen. Es ist ein angenehmes Raumklima. Nicht so wie die ganzen Styroporburgen, die man sozialer Wohnbau nennt. Da wird alles dicht gemacht, es bildet sich Schimmel, und die Leute erkranken, weil sie die Fenster nicht mehr öffnen dürfen. Ein Verbrechen ist das! Wir begnügen uns nach wie vor mit den kleinen undichten Guckern in den Garten.
Ich bin ein Freund des Biedermeier. Ich mag die Möbel, ich mag die politische Gesinnung, ich mag die Kraft, die damals aus dem Volk hervorgegangen ist. Viele unserer Möbel stammen aus dieser Zeit, so auch der Hochzeitsschrank aus dem Jahr 1814 oder die Bilder aus der damaligen 'Theaterzeitung' direkt hinter mir. Den Rest habe ich selbst restauriert. Die lange Sitzbank aus Kirschholz ist zum Beispiel von mir. Ich bin ja ausgebildeter Tischler. Mein Vater wollte, dass ich ordentlicher Handwerker werde. 'Schauspieler', sagte er, 'ist ein Hungerleiderberuf.'
Erst jetzt im Alter lerne ich, seine Hartnäckigkeit zu schätzen. Das Schreinern beruhigt mich, ich steh fast jeden Tag in der Werkstatt und baue oder restauriere das eine oder andere Möbelstück. Natürlich ist da auch ein Aspekt von Unabhängigkeit dabei. Die nächste Krise kommt bestimmt. Jedenfalls, der Mundl hatte immer dreckige Fingernägel. Raten Sie einmal woher!" (Wojciech Czaja, DER STANDARD, 7./8.7.2012)
Karl Merkatz, geboren 1930 in Wiener Neustadt, absolvierte eine Tischlerlehre und nahm später Schauspielunterricht. Er hatte Theaterengagements in Deutschland, Salzburg und Wien (Theater in der Josefstadt). Seine berühmteste Rolle war der Mundl in der ORF-Serie "Ein echter Wiener geht nicht unter". Später spielte er die Titelrolle in "Der Bockerer" und hatte Gastauftritte in einigen TV-Serien. Sein jüngster Film "Anfang 80", in dem er mit Christine Ostermayer ein hochbetagtes Ehepaar spielt, ist nun im Sommerkino zu sehen, etwa kommenden Freitag, 13. Juli, im Sommerkino Sitzenberg um 20.50 Uhr.
Links
Maria Vassilakou lebt zur Miete in einem 140 Jahre alten Haus am Wiener Stadtrand. Vielleicht zieht sie irgendwann in eine "temporäre 60-Quadratmeter-Schachtel"
Alexander Almásy muss für die Erhaltung von Burg Bernstein 12.000 Euro im Monat erwirtschaften. Wohnen lässt es sich dort trotzdem gut - im Sommer
Schriftsteller Christian David wohnt in einer kleinen Wohnung in der Wiener Innenstadt. Sein wichtigstes Möbel ist der Bürosessel
Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien, hat seine Wohnung im 2. Bezirk gemietet, ohne sie vorher gesehen zu haben
ORF-Moderatorin Clarissa Stadler lebt in einer bunten Wohnung an der Wiener Ringstraße. Ihr liebster Raum ist die winzige Höhlenküche
Die Malerin Ursula Hübner lebte früher in einer partyfreudigen Künstler-WG in Wien-Mariahilf. Heute wohnt sie hier alleine und findet das mittlerweile herrlich
Barbara Schlachter, Obfrau des Vereins Famos, lebt mit Lebensgefährtin und Sohn in ihrer umgebauten ehemaligen Studenten-WG
Kunstpfeifer Stefan Fleischhacker wohnt im dritten Wiener Bezirk auf 220 Quadratemetern, hätte aber gerne "ein altes Haus in einem Park mit einer Mauer drumherum"
Der Wiener Künstler Lois Weinberger besitzt eine Loftwohnung im siebten Bezirk, sieht darin aber hauptsächlich eine finanzielle Absicherung
Beate Ermacora, die Direktorin der Galerie im Taxispalais, lebt nach vielen Jahren im Ausland nun wieder in ihrer Heimatstadt Innsbruck
Martin Kotal, künstlerischer Leiter der Roten Nasen, wohnt auf 56 m² in der Martinstraße, liebt Koffer und hat bei Ikea Hausverbot
Ari Rath hat gerne "zweckmäßige, nicht zu moderne" Möbel. Im zweiten Wiener Bezirk fühlt er sich manchmal "wie auf einem Friedhof"
Peter Pakesch, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Grazer Universalmuseums Joanneum, bewohnt mit seiner Familie ein umgebautes Kellerstöckl
Modedesignerin Annette Lutz wohnt mit ihrer Familie in einem Wohn- und Atelierhaus hoch über dem Bodensee. Einige Tiere des Waldes sind quasi Mitbewohner
Annette Beaufaÿs, Chefkostümbildnerin an der Wiener Staatsoper, ist viel unterwegs. Ihre Homebase ist eine Mietwohnung im Servitenviertel
Florian Kloidt, der erste Probebewohner der Seestadt Aspern, kann sich das zukünftige Stadtviertel noch nicht so richtig vorstellen
Erika Pluhar zog vor 45 Jahren als Mieterin in ein Haus in Grinzing. Heute gehört es ihr - und sie will es im Leben nicht mehr hergeben
Dragqueen Miss Candy alias Holger Thor mag es, "wenn's ein bissl patiniert und abgefuckt ist, wenn die Tapeten Geschichte erzählen"
Miguel Herz-Kestranek ist es bewusst, dass er privilegiert wohnt - "aber ich weiß nie, wie lange ich es mir leisten kann", sagt er im Wohngespräch
Der Musiker George Nussbaumer ist von Geburt an blind. Die Dinge in seinem Bregenzerwälder Haus müssen deshalb immer am selben Platz sein
Der französische Künstler Sébastien de Ganay lebt mit seiner Familie in einer aufgelassenen Radiostation in Bad Deutsch-Altenburg
Schauspielerin Dorothee Hartinger lebt ohne Radio und Fernsehgerät in einer Erbpachtwohnung im achten Wiener Bezirk
Für den Wiener Filmemacher und Schauspieler Peter Kern ist Wien "die schlimmste Stadt auf Erden überhaupt"
Die Zukunftsforscher Matthias Horx und Oona Strathern lieben Hightech-Geräte - aber nur, wenn sie sinnvoll sind
Theodor Vanicek, Geschäftsführer des Heimtextilausstatters "Zur schwäbischen Jungfrau", kannte Transdanubien gar nicht, bevor er nach Wien-Aspern zog
wenn man die mauerstärken (außen 1m, innenwände 0,50), dazu das stiegenhaus und einen raum für die haustechnik (heizung) abzieht, bleibt nicht allzu viel übrig.
wenn man dann noch je einen großen vorraum im EG und 1.stock hat, schauts überhaupt schlecht aus.
es gibt bitte eltern die nicht wollen, das man ihren kindern unabsichtlich natürlich mit dem ball, zum beispiel, auf den kopf schießt, mit sojemanden kann man praktisch nicht spielen, wie soll ich sagen, ab und zu als kind einen auf den deckel zu bekommen, freundschaftlich und im spiel gehört bitte dazu!
der net weiß er red aber die pappn aufreißt!
in einen passivhaus darf man die fenster öffnen, braucht es nur nicht weil das haus atmet, halt nicht unreguliert durch undichte fenster sondern durch die lüftung mit wärmetauscher. mit undichten fenstern verschenkt halt energie, aber kost halt noch zuwenig, die energie...
Ich hab selber schon mal in einer Passivhauswohnung geschlafen. Im Hochsommer extrem heiß, weil die Hitze nicht rauskann. Man muss also immer mit den Fenstern die Hitze rauslüften. Einzig im Winter spart man an Heizkosten, wobei für die Herstellung von Polysterol viel Energie benötigt wird. Die ESL wurde auch hochgelobt, und schneidet in der Energiebilanz nun schlecht ab.
Dämmen ist grundsätzlich gut, aber dann mit Materialien, die 1) nicht brennbar sind z.B. Steinwolle oder 2) zumindest ökologisch einwandfrei sind z.B. Stroh
Und sonst find ich die Tinnitus-Lärmpegel von Wohnraumlüftungsanlagen auch nicht gerade angenehm.
Geh bitte. Es geht ja auch nicht um Ihr Passivhaus, sondern um den Wohnbau.
Die Häuser heute sind so dicht, dass erst recht wieder Löcher reingemacht werden müssen.
Auch genannt Zwangsbelüftung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwan... C3%BCftung
So falsch liegt Hr. Merkatz gar nicht; einzig dass die Fenster nicht aufgemacht werden dürfen ist bissl dick aufgetragen.
Er vermischte wohl den Passivhaus-Standard mit den üblichen thermischen Sanierungen wie zB. bei Gemeindebauten.
Ich vermute mal, wenns dem Ehepaar Merkatz bissl kalt wird, dann holt er einfach einige Scheitln aus dem dem Schuppen und heizt mit dem Holzofen ein.
Die Heizung rennt nur im Winter und für das Warmwasser.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.