Kein dauerhafter Spielbetrieb in Opernhaus Bayreuth

8. Juli 2012, 10:47
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Schlösserverwaltung verspricht einen vorsichtigen Umgang mit dem Barockjuwel

Bayreuth - Die Bayerische Schlösserverwaltung verspricht für das zum Unesco-Weltkulturerbe ernannte Markgräfliche Opernhaus Bayreuth eine vorsichtige Nutzung und keinen dauerhaften Spielbetrieb. Aufführungen seien nur in den Monaten Mai bis Oktober möglich, sagte Präsident Bernd Schreiber der Nachrichtenagentur dpa. Dann müsse nicht geheizt werden und man mute dem Objekt keine krassen Klimaschwankungen zu. Denn: "Kurzfristige Klimaschwankungen sind tödliches Gift", sagte Schreiber.

"Das Markgräfliche Opernhaus lässt weltweit einzigartig echten Barockklang zu." Eine Selbstverpflichtung zur "musealen Nutzung" der Räume sei aber Grundlage der Unesco-Entscheidung gewesen. Einzelheiten zu möglichen Aufführungen in den Sommermonaten habe man noch nicht besprochen, ergänzte Schreiber. Hier werde man aber mit der Stadt Bayreuth eine gute Lösung finden.

Zunächst steht die umfangreiche und mehrjährige Restaurierung des Gebäudes bevor. Die Idee der Schlösserverwaltung ist, eine Art Infobox einzurichten, um beispielsweise filmisch darüber zu informieren, was sich in der Welterbestätte tut und wie die Restaurierung abläuft. Die Schlösserverwaltung könne hier auf Erfahrungen zurückgreifen, die bei der Restaurierung von Treppenhaus und Kaisersaal der Würzburger Residenz gesammelt wurden.

Die Aufmerksamkeit für das Opernhaus und damit für Bayreuth werde steigen. "Das Welterbe bedeutet, dass Bayreuth nun unzweifelhaft in der Champions League der Kultur einen Stammplatz hat." Mit dem Welterbestatus verpflichte sich der Staat jedoch auch zum Schutz dieses Kulturguts. "Das Siegel ist nicht geschaffen, um ein Touristenmagnet zu sein. Das ist ein angenehmer Nebeneffekt." Vor allem gehe es um den Schutz des Gebäudes.

Nach dem erfolgreichen Antrag von Bayreuth hofft die Schlösserverwaltung darauf, dass auch die bayerischen Königsschlösser von Ludwig II. von der Unesco zum Welterbe ernannt werden. "Das ist das nächste Projekt." Das Vorhaben sei bei der Schlösserverwaltung schon weit gediehen. "Wir haben langfristig das Ziel, dass auch die bayerischen Königsschlösser den Welterbestatus bekommen. Wir sind überzeugt davon, dass wir einen sehr guten, konzisen Antragstext formulieren können."

Für eine positive Entscheidung seien aber viele Punkte wichtig - "auch dass mit den Gemeinden und Landkreisen eine ähnlich gute Zusammenarbeit wie mit Bayreuth stattfindet". Zudem gab Schreiber zu Bedenken, dass oft kritisiert werde, Europa habe schon sehr viele Welterbestätten. Man stehe also mit anderen Erdteilen im Wettbewerb. (APA, 8.7.2012(

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