Westjordanland: Siedler greifen palästinensische Hirten an

7. Juli 2012, 22:59
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Schafe getötet - Israelische Soldaten greifen ein - Zwei Palästinenser verletzt

Nablus - Bei Zusammenstößen zwischen jüdischen Siedlern und Palästinensern im israelisch besetzten Westjordanland sind am Samstag mindestens zwei Menschen verletzt worden. Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte griffen Siedler aus der Siedlung Itamar südlich von Nablus eine Gruppe von Hirten aus dem benachbarten palästinensischen Dorf Yanoun an und töteten mehrere ihrer Schafe. Anschließend hätten israelische Soldaten eingegriffen und mit Gewehren auf die Palästinenser geschossen. Dabei sei ein Mann schwer und ein weiterer leicht verletzt worden.

Eine israelische Armeesprecherin dementierte den Einsatz von scharfer Munition. Die Armee habe lediglich "Anti-Aufruhr-Mittel" benutzt - üblicherweise werden damit Tränengas oder Gummimantelmunition bezeichnet. Bei der Auseinandersetzung zwischen Siedlern und Hirten seien von beiden Seiten Steine geflogen. Dadurch seien ein Palästinenser und ein Israeli verletzt worden, sagte die Militärsprecherin.

In jüdischen Siedlungen in den von Israel besetzten Gebieten leben mehr als eine halbe Million Israelis. Der UNO-Menschenrechtsrat hatte im März eine Untersuchung der israelischen Siedlungspolitik angekündigt, Israel hatte daraufhin den Kontakt zu dem Gremium abgebrochen. Die EU wirft Israel vor, zusätzliche Hindernisse für den Friedensprozess zu errichten, der seit 2010 wegen der israelischen Weigerung blockiert ist, den Siedlungsbau auf okkupiertem Gebiet einzustellen. Die Vierte Genfer Konvention verbietet generell den Transfer der Bevölkerung der Besatzungsmacht auf besetztes Gebiet. (APA)

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