Serena Williams ist die Queen von London

  • Serena Williams holt sich den Titel im "Tennis-Mekka" Wimbledon.
    foto: reuters

    Serena Williams holt sich den Titel im "Tennis-Mekka" Wimbledon.

  • Die gesundheitlich angeschlagene Agnieszka Radwanska rannte vor allem im ersten aber auch im dritten Satz den Bällen oft erfolglos hinterher.
    foto: apa

    Die gesundheitlich angeschlagene Agnieszka Radwanska rannte vor allem im ersten aber auch im dritten Satz den Bällen oft erfolglos hinterher.

30-jährige Amerikanerin schlägt Radwanska in drei Sätzen und gewinnt zum fünften Mal am heiligen Rasen von Wimbledon

London - Serena Williams hat am Samstagnachmittag zum fünften Mal das Tennis-Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gewonnen. Die 30-jährige US-Amerikanerin setzte sich nach etwas mehr als zwei Stunden gegen die Polin Agnieszka Radwanska 6:1,5:7,6:2 durch. Für Serena Williams war es der bereits 14. Grand-Slam-Turnier-Triumph ihrer Einzel-Karriere, aber der erste nach ihrem Comeback im Sommer 2011, als ihr Leben wegen eines Blutgerinnsels in der Lunge bedroht war.

"Es ist unbeschreiblich, diese Trophäe wieder in Händen zu halten. Das ist ein Comeback, das ich nicht erwartet hatte. Ich habe davon geträumt, das hier zu schaffen, aber nicht so richtig daran geglaubt", betonte die Amerikanerin mit Tränen in den Augen. Auf die Tatsache, dass sie als erste Über-30-Jährige seit der legendären Martina Navratilova (1990 als 33-Jährige) den Einzel-Titel im "Tennis-Mekka" holte, meinte Williams mit einem Lächeln: "Mental fühle ich mich noch wie 12 oder 13."

Radwanska geschlaucht

Williams dominierte das Endspiel zunächst klar mit ihrem extrem druckvollen Schlägen. Die durch eine starke Erkältung gehandicapte Radwanska schien dagegen überwältigt von den Eindrücken in ihrem ersten Grand-Slam-Endspiel. Die 23-jährige Außenseiterin wirkte nicht so spritzig wie in ihren vorangegangen Partien. Nach nur 36 Minuten hieß es 6:1 für Williams, die aber durch eine rund 15-minütige Regenunterbrechung ihren Rhythmus verlor und in der Folge eine 3:1-Führung verspielte.

Ihre Gegnerin aus Krakau, die als erste Polin seit 1939 ein Major-Turnier-Endspiel erreicht hatte, kämpfte sich dagegen zurück und schaffte mit 7:5 nach 1:35 Stunden den Satzausgleich. Im entscheidenden Durchgang fand aber Williams wieder zu ihrer Stärke zurück und diktierte mit ihrem Power-Tennis - 17 Asse und 58 Winner - das Geschehen klar. Nach 2:02 Stunden verwandelte sie ihren ersten Matchball und genoss den Triumph zunächst liegend auf dem "heiligen Rasen" in vollen Zügen.

Asarenka profitiert

Mit dem fünften Wimbledon-Erfolg nach 2002, 2003, 2009 und 2010 zog sie mit ihrer älteren Schwester Venus gleich, mit der sie am Samstagabend noch das Doppel-Endspiel bestritt. Der Lohn für ihren insgesamt 42. Turnier-Sieg als Profi war ein Siegerscheck über 1,15 Millionen Pfund (1,44 Mio. Euro). Polens Tennis muss dagegen weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Champion warten.

"Das war eine der schönsten Wochen in meinem Leben", stammelte Radwanska nach ihrer Niederlage mit noch hörbar schwacher Stimme und unter Tränen. "Ich habe mein Bestes versucht, aber das war heute nicht mein Tag." Von ihrer Niederlage profitierte auch Paszek-Bezwingerin Wiktoria Asarenka. Die Weißrussin übernimmt ab Montag wieder von Maria Scharapowa die Weltranglistenführung. Hinter der Weißrussin verbessert sich Radwanska auf Nummer zwei, Williams ist hinter Scharapowa Vierte. (APA, 7.7.2012)

  • Berechnen Sie Ihren Brutto- oder Netto-Lohn mit dem Brutto-Netto-Rechner von derStandard.at/Karriere
Share if you care