Gesundheits-Apps für Diabetiker und Allergiker

7. Juli 2012, 15:46
  • MySugr loggt nicht nur Blutzuckerdaten, sondern auch Emotionen, Bewegung und Essen.
    screenshot: derstandard.at

    MySugr loggt nicht nur Blutzuckerdaten, sondern auch Emotionen, Bewegung und Essen.

  • Pollen im Anflug: Mit "Pollen" weiß man genau Bescheid, was wann in der Luft schwebt
    screenshot: derstandard.at

    Pollen im Anflug: Mit "Pollen" weiß man genau Bescheid, was wann in der Luft schwebt

Zwei unterschiedliche Anwendungen, die Erkrankten das Leben erleichtern

Kaum eine Sparte in der App-Industrie wächst so schnell wie die der Gesundheits- und Lifestyle-Apps. Runtastic hat es vorgemacht und bietet Usern das Dokumentieren und Teilen der Trainingsergebnisse. Neben Sportlern müssen sich aber auch viele andere Menschen tagtäglich mehrmals Gedanken um ihre Gesundheit machen.

In Österreich ist die Pollenallergie eine weit verbreitete chronische Erkrankung. Das rechtzeitige Erkennen von blühenden Pflanzen ist eine gute Maßnahme, um der Allergie prophylaktisch entgegenzukommen. Deshalb stellen wir heute für Android die App "Pollen" vor, die ein kleines Warnsystem darstellt.

Weiters gibt es laut österreichischer Diabetesgesellschaft in Österreich rund 50.000 Menschen, die mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurden. Mehrmaliges Messen des Blutzuckerspiegels und das Dokumentieren dieser Daten sind essentielle Bestandteile des Alltags. Eine App namens "MySugr" erleichtert dies auf spielerische Art und Weise.

Android: Pollenbelastung in der Umgebung

Die App "Pollen" ist ein perfekter kleiner Warndienst für Betroffene. In der App können Landeshauptstädte ausgewählt werden oder über die Eingabe einer Postleitzahl eine konkretere Ortsangabe gesucht werden. Jeder Ort kann zu den Favoriten hinzugefügt werden. Mit farblicher Kennzeichnung werden zwischen keiner und sehr hoher Belastung zwölf unterschiedliche Pflanzen angezeigt. 


Screenshot: derStandard.at

Wer mehr Informationen zu den einzelnen Gewächsen braucht, kann im Lexikon bequem nachschlagen. Neben aktuellen Daten findet man auch eine Vorschau für die nächsten zwei Tage. Die App ist von der SciCon Pharma GmbH in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien und der Zentralanstalt für Meteorologie entwickelt worden. Die App steht in Google Play kostenlos zur Verfügung. Eine Version für iOS gibt es auch.

iOS: MySugr als unterhaltsame Hilfe für Diabetiker

Das Wiener Start-up MySugr feilt schon seit 2010 an der gleichnamigen App. Obwohl es Diabetiker-Tagebücher in App-Form bereits gibt, unterscheidet sich diese App vor allem dadurch, dass sie nicht von einem Pharma-Konzern, sondern von Diabetikern selbst konzipiert wurde. Neben dem Dokumentieren der Daten bekommt der User nach jeder Aktion ein Feedback. Mit einem Avatar, das grün bis rot wird und animiert ist, bekommt der Nutzer sofort Informationen darüber, ob die Daten gut oder schlecht sind.


MySugr Co-Founder Fredrik Debong misst acht Mal am Tag seinen Zucker (Foto: derStandard.at)

Im Gegensatz zu anderen Diabetes-Apps wird hier auch auf Emotionen bei der Essenseinnahme Rücksicht genommen. So kann der Benutzer nach einigen Tagen nachschauen, wie es ihm mit einem gewissen Blutzuckerlevel und der Einnahme bestimmter Lebensmittel emotional beziehungsweise körperlich ergangen ist. Große Arbeitgeber wie die Telekom haben bereits Interesse gezeigt und zahlen ihren Mitarbeitern die App. Auch die WHO hat Interesse bekundet. Die ersten beiden Wochen ist MySugr kostenlos, danach kostet die App 3.99 Euro im Monat. MySugr ist zudem die einzige europäische App, die medizinisch zertifiziert ist. An einer ISO-Zertifzierung wird im Moment gearbeitet. Eine Android App soll folgen, ist jedoch laut MySugr-Cofounder Gerald Stangl "schwieriger, weil aufgrund der medizinischen Zertifizierung die App händisch durchgetestet werden muss. Bei vielen Android-Devices und den unterschiedlichen Systemen ist das viel Arbeit." Als Berater stehen den jungen Wienern unter anderem Diabetologen des Wiener Lainzer Spitals zur Verfügung. Die App gibt es im AppStore kostenlos, nach zwei Wochen muss ein Upgrade erfolgen.

Vorschläge für die Apps der Woche können an Iwona Wisniewska Twitter Account @iwona_w übermittelt werden. (iw, derStandard.at, 7.7.2012)

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4 Postings
wozu braucht man da eine App?

Der Pollenwarndienst hat eine Webseite, die die selben Infos zur Verfügung stellt - und das noch dazu ausführlicher ...

dazu

1. App 1 klick, Browser 2 (vorausgesetzt man hat die Seite in den Favoriten)
2. man kann in der App Orte als Favoriten ablegen

Meiner Meinung nach daher fuer den schnellen Ueberblick eine feine Sache, ich persönlich verwende sie haeufiger als die Webseite.

Die App ist auszerdem kostenlos und ohne Ausspionierberechtigungen.

Bei iOS und Android ist es jeweils problemlos möglich direkt eine Vernüpfung/Bookmark als Icon abzulegen.

Benötigt so viel "Platz" wie die App, aber weniger Speicher.

Der Sinn von Apps die online Daten abholen erschließt sich mir nicht - eine ordentliche Mobil-Website oder gleich die allgemeine Präsenz responsive gemacht ist kostenkünstier und Nutzerfreundlicher.

keine app, aber auch interessant.

http://www.mymellitus.com/

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