Parlamentswahlen in Osttimor verliefen friedlich

7. Juli 2012, 10:56
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Premier Gusmao bewirbt sich erneut um das Amt des Regierungschefs

Sydney - In Osttimor sind die dritten Parlamentswahlen seit der Unabhängigkeit 2002 am Samstag friedlich über die Bühne gegangen. Knapp 650 000 Wähler waren aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen. Premierminister Xanana Gusmao, einer der Bürgerkriegshelden aus dem Unabhängigkeitskampf gegen Indonesien, bewirbt sich erneut um das Amt des Regierungschefs. Sein Hauptgegner ist die aus der wichtigsten Guerilla-Bewegung des Freiheitskampfes hervorgegangene Fretilin-Partei.

Die Vereinten Nationen sehen den Ablauf der Wahlen als Test für die Befriedung des einst heiß umkämpften, bitterarmen Landes. Wenn alles glattgeht, wollen sie ihre 1300 Blauhelme Ende des Jahres abziehen. Im Frühjahr fanden bereits Präsidentenwahlen statt. Dabei wurde Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta abgewählt. Neuer Präsident ist der Unabhängige Taur Matan Ruak, ebenfalls ein Held des Unabhängigkeitskampfes. Der Wahlgang verlief problemlos.

Der Urnengang in dem 1,2 Millionen-Einwohner-Land zwischen Indonesien und Australien ist erst die zweite Parlamentswahl seit der Unabhängigkeit. Osttimor (auch Timor-Leste) war bis 1975 portugiesisch. Nach dem Rückzug der Kolonialmacht rief die Befreiungsbewegung Fretilin die Unabhängigkeit aus, woraufhin Indonesien das Land besetzte. Nach einem blutigem Befreiungskampf wurde Osttimor schließlich 2002 unabhängig. Die schwersten Unruhen seit seiner Unabhängigkeit hatte der junge Inselstaat zwischen Ende April und Ende Mai 2006 erlebt. Auch wenn Osttimor noch nicht mit konstanter Stabilität überzeugen kann, so zeigten sich internatonale Beobachter zumindest mit dem friedlichen Verlauf der Präsidentenwahlen im April zufrieden.

Gusmao tritt für die Partei Nationalkongress für den Wiederaufbau Osttimors (CNRT) an. Bisher stand er einer Koalitionsregierung vor. Bei den Wahlen 2007 gewann Fretilin 29 Prozent der Stimmen, CNRT 24 Prozent. Gusmaos schaffte aber in einer Koalition mit kleineren Parteien eine Mehrheit im Parlament. (APA, 7.7.2012)

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