Der Blues-Abstraktionist

6. Juli 2012, 21:10
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Gastiert gleich zweimal in Österreich: James "Blood" Ulmer

Manche Musiker gehen weite Wege und bleiben doch stets sie selbst. Im Falle von Gitarrist James "Blood" Ulmer ist es die tiefe Beziehung zur afroamerikanischen Musiktradition, die sich bei ihm als Konstante durch Leben und Karriere zieht. Ulmer sang als Kind in St. Matthews, South Carolina, in einem Gospelquartett, in den 1960ern, in denen er in Pittsburgh und Detroit lebte, spielte er in diversen Soul-Jazz-Bands.

Auch nachdem er in den 1970er-Jahren als erster Gitarrist Mitglied von Ornette Colemans Primetime-Band geworden war und dort freien Jazz und Groove zum "harmolodischen" Free Funk zusammendachte, blieb die Tradition schwarzer Musik für ihn wesentlicher Bezugspunkt.

Mit seinem Leader-Debüt Tales of Captain Black gab er 1978 die Richtung vor, die er in den folgenden Jahren u. a. im Music Revelation Ensemble beschreiten sollte: Das Vokabular der Avantgarde in der Tradition zu erden - im Blues.

Dieser Tage gastiert der 70-jährige Musiker mit zwei Formationen erneut in Österreich: Am Samstag ist im Rahmen des Musikforums Viktring das "Harmolodic Guitar with Strings"-Projekt erstmals in Europa zu erleben. Auf Basis eigener Kompositionen verschränkt James "Blood" Ulmer seine schroffen Gitarrenriffs mit den Klängen des Wiener Koehne-Quartetts um Joanna Lewis.

Kommenden Donnerstag gastiert Ulmer mit seinem 1997 reaktivierten Odyssey-Trio (aktuell mit Cellist Muneer B. Fennell und Schlagzeuger Doug Hammond) beim Lunzer Wellenklänge-Festival. (felb, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

7. 7., Viktring, Musikforum, www.musikforum.at, 20.00
12. 7., Lunz am See, Seebühne, 20.00

  • Blues-Experte James "Blood" Ulmer
    foto: bill douthart

    Blues-Experte James "Blood" Ulmer

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