Lebensweise Dolly

  • Alexandra Meissnitzer in der Wüste.
    foto: screenshot/youtube

    Alexandra Meissnitzer in der Wüste.

Der Spot mit Alexandra Meissnitzer erinnert in seiner Ästhetik an Werbeeinschaltung privater Unternehmen in Vorstadtkinos

Alexandra Meissnitzer muss man nicht kennen, wenn man die außerhalb Österreichs nicht so wichtig genommene Minderheitensportart Skifahren nicht verfolgt. Meissnitzer war nämlich Skifahrerin, eine sehr erfolgreiche. Aber selbst ohne Kenntnis ihres Vorlebens begegnet man ihr zurzeit - in der TV-Werbung.

Werbung wähnt sich ja immer dann erfolgreich, wenn über sie gesprochen wird. Das scheint gelungen, wenngleich der Gedankenaustausch darüber wenig schmeichelhaft ausfällt. Erinnert der Spot in seiner Ästhetik doch an Werbeeinschaltung privater Unternehmen in Vorstadtkinos. Meissnitzer bewirbt eine Haustechnik-Firma. Dafür zieht sie einen Heizkörper am Kabel durch die Wüste von Nevada. Man hat für diese Werbung also scheint's keine Kosten und Mühen gescheut. Dennoch wirkt das Ergebnis zart befremdlich. Wohl deshalb, weil Meissnitzer im Minirock, mit schwarzen Strümpfen, High Heels und etwas über die Maßen der Eleganz geschminktem Antlitz durch die Dünen stöckelt, während sie ihre "Heizung in die Wüste schickt".

Da fällt einem ein Satz der US-Countrysängerin Dolly Parton ein: "You have no idea how much it costs to look so cheap." Der fiel zwar in Bezug auf Schönheitsoperationen, trifft aber auch bei anderen Themen immer wieder ins (kleine) Schwarze. (Karl Fluch, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

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