Erstes Halbjahr 2012 trug im ORF Schwarz

6. Juli 2012, 19:34
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Das Sparpaket, der Korruptionsausschuss und das Transparenzpaket: Nicht nur mit genehmen Themen kam die ÖVP in der ersten Jahreshälfte im ORF am längsten zu Wort. Mediawatch zieht für den STANDARD Zwischenbilanz

Wien - 41,1 Prozent und damit klar stärkste Fraktion: ein Ergebnis mit Seltenheitswert für die Bundes-ÖVP. Möglich war dieser Spitzenwert im ersten Halbjahr alleine im ORF: Das war der schwarze Anteil an allen Politikersagern in Zeit im Bild, ZiB 2 und ZiB 24 in den ersten sechs Monaten 2012. Vertreterinnen und Vertreter der SPÖ kamen laut Erhebung der APA-Tochter Mediawatch auf 30 Prozent der O-Töne in den drei wichtigsten ORF-Nachrichten. Die Grünen auf 12,7 Prozent, die FPÖ auf 11,0 und das BZÖ auf 4,3.

Die wichtigsten Themen dieser Jahreshälfte in der meistgesehenen Nachrichtensendung des Landes, der ZiB um 19.30 Uhr, relativieren das Ergebnis: Sparpaket, Korruptionsuntersuchungsausschuss, Transparenzpaket, die Eurokrise, Österreichs Kreditwürdigkeit verlor die AAA-Bewertung internationaler Ratingagenturen. Dazu das schwarz-rote Hickhack um Funktionen in der Nationalbank, insbesondere AK-Direktor Werner Muhms im Generalrat, und der Stabilitätspakt.

Nicht durchwegs erfreuliche Themen für die ÖVP, deren Politiker in der Haupt-ZiB am längsten zu Sparpaket, Korruptionsausschuss und Transparenzpaket redeten.

Parteichef, Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger redete am längsten in der Zeit im Bild um 19.30 Uhr, gleich nach Kanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann folgt, den einschlägigen Themen entsprechend, Finanzministerin Maria Fekter. Die liegt in der ZiB 2 weit vorne, ebenso in der ZiB 24. Zur Geisterstunde gehen gleich die ersten vier Plätze an ÖVP-Politiker.

Aus der Bundesregierung kamen in den drei wichtigsten ZiBs Staatssekretär Josef Ostermayer, Gesundheitsminister Alois Stöger und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle am kürzesten zu Wort, beobachtete Mediawatch.

76,7 Prozent der O-Töne in der ZiB 1 kamen in diesem Halbjahr von männlichen Politikern, 23,3 von weiblichen. (red, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

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