Geklonte Tiere: Fleisch ist nicht Fleisch

Kommentar6. Juli 2012, 18:09
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Auch ohne geklonte Zucht hat die Nutztierhaltung irrwitzige Maßstäbe angenommen

Sicher ist: So lange das Klonen von Nutztieren technisch und finanziell aufwändig ist, wird es sich nicht recht durchsetzen. Das kann sich aber relativ bald ändern. Die technologischen Fortschritte seit dem mittlerweile verstorbenen schottischen Klonschaf Dolly sind beträchtlich. Vor allem dürfte feststehen, dass Klonfleisch für den Menschen nicht gesundheitsschädlich ist, ja, dass es praktisch ununterscheidbar zu herkömmlich produzierter Ware ist: Fleisch ist Fleisch, klontechnisch gesehen.

Damit ist es an der Zeit, den Nutzen oder Nicht-Nutzen dieser Technologie zu diskutieren. Auch ohne geklonte Zucht hat die Nutztierhaltung irrwitzige Maßstäbe angenommen. Die herkömmliche (also nicht biologische) Produktion von Fleisch ist fast überall ein mega-industrielles Verfahren geworden, das von Gewinnstreben diktiert wird und bei dem jeder noch so kleine Produktionsvorteil ausgereizt wird.

So etwas mag beim Autobauen oder dem Zusammenlöten von Laptops angehen. Bei der Produktion von Rindern oder Schweinen sollten Tierschutz und Tiergesundheit nicht gänzlich aus den Augen verloren werden. Die Gefahr ist groß, dass durch Klontechnologie die Aufzucht noch weiter industrialisiert wird. Wie bei der Gentechnik in der Landwirtschaft wird es am Konsumenten liegen, ob er Druck erzeugt und Klonfleisch erst gar nicht in den Warenkorb legt. Fleisch ist eben nicht Fleisch. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 7.7.2012)

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