Radarpanne legte Flughafen München lahm, auch Wien-Flüge betroffen

6. Juli 2012, 18:47
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Systemausfall stoppte Flugverkehr über Bayern - Verspätungen und Umleitungen - Auch AUA umflog betroffenen Luftraum

München/Frankfurt/Wien - Wegen eines defekten Radarsystems ist es am Flughafen München am Freitag zu erheblichen Verzögerungen und Flugausfällen gekommen. Auch Wien-Flüge waren vom Ausfall des Radars in der Münchner Kontrollzentrale betroffen: Niki (flyniki) musste einen Flug streichen, ein Lufthansa-Mittagskurs Wien-München ist seit mehreren Stunden verspätet. AUA-Flüge nach und von München waren in der kritischen Zeit nicht betroffen, es mussten aber auch etliche AUA-Maschinen auf Deutschland- und anderen Europaflügen ab Mittag den bayerischen Luftraum großräumig umfliegen.

Die heutigen Behinderungen reichten damit weit über München hinaus, da die Deutsche Flugsicherung (DFS) normalerweise den gesamten Luftraum über Bayern steuert. So war laut einer Sprecherin der Flugsicherung unter anderem der Überflugverkehr über Bayern betroffen. Da die Flugsicherung den Flugverkehr nicht mehr über Bayern führen konnte, wurden die Maschinen umgelenkt. Über die Anzahl der betroffenen Flüge konnten weder die Flugsicherung noch der Flughafen München Angaben machen.

Bayrischer Luftraum zwei Stunden lahmgelegt

Ab 12.45 Uhr waren stundenlang keine Abflüge aus München möglich. Auch bei den Landungen kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen. Es kam zu mehreren Annullierungen und einer ganzen Reihe von Verspätungen. Wegen der Probleme fiel auch ein deutsch-französisches Ministertreffen aus. Zwei Stunden lang ging im Luftraum über Bayern praktisch nichts mehr.

Der Ausfall der Anlage habe sich um 12.45 Uhr ereignet und gut zwei Stunden gedauert, teilte die Deutsche Flugsicherung am Freitag mit. Deutschlands zweitgrößter Airport musste einem Flughafensprecher zufolge in dieser Zeit gesperrt werden. "Da ging gar nichts."

Die im betroffenen Luftraum fliegenden Flugzeuge seien mit einem Ersatzsystem von den Fluglotsen koordiniert worden. Für weitere Flüge sei der Luftraum gesperrt worden, so dass es im gesamten Luftverkehr zu Verspätungen gekommen sei. Betroffen war der Luftraum über Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Trotz der Störung habe es aber keine Sicherheitsgefährdung gegeben.

Lediglich Maschinen, die sich in der Nähe des nördlich der bayerischen Hauptstadt gelegenen Flughafens befanden, konnten während des Ausfalls noch landen. Der Fehler sei seit 15 Uhr behoben und der Airport arbeite wieder, allerdings nur mit der Hälfte der Kapazität.

Die Folgen des Ausfalls könnten den Flugverkehr noch bis zum Abend durcheinanderbringen. "Es kommt jetzt auf die Fluglinie an. Die müssen entscheiden, ob sie die Flüge trotz erheblicher Verspätungen noch durchführen wollen", sagte der Airport-Sprecher in München.

Üblicherweise starten und landen in München 1.100 Maschinen am Tag. Größer ist in Deutschland nur der Frankfurter Flughafen. An beiden Drehkreuzen ist die deutsche AUA-Mutter Lufthansa die größte Airline. (APA, 6.7.2012)

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