Sagans dritter Tagessieg entspringt dem Chaos

Massenhaft Stürze, auch F. Schleck verliert viel Zeit - Freire gibt auf - Cancellara bleibt der Mann in Gelb - Eisel wird 15.

Peter Sagan hat am Freitag seinen bereits dritten Etappensieg bei der 99. Auflage der Tour de France gefeiert. Der Slowake setzte sich auf der sechsten Etappe, die von Epernay über 207,5 km nach Metz führte, vor dem Deutschen Andre Greipel durch, der seinen dritten Sprinterfolg en suite knapp verpasste. Der Steirer Bernhard Eisel landete auf Rang 15. Gesamt-Spitzenreiter blieb der Schweizer Fabian Cancellara sieben Sekunden vor dem britischen Tour-Favoriten und Eisel-Teamkollegen Bradley Wiggins.

Das Freitag-Teilstück war das vorerst letzte für die Sprintspezialisten, denn am Samstag biegt das Tour-Feld ins Gebirge ein: In La Planche des Belles Filles steht die erst Bergankunft der heurigen Frankreich-Radrundfahrt an. Dort werden sich nach einer Woche auch die Favoriten auf den Tour-Sieg in Szene setzen. Veränderungen in der Gesamtwertung gab es allerdings schon auf dem Weg nach Metz.

Ein Massensturz 24 Kilometer vor dem Ziel sprengte das Feld und wurde unter anderem für den Luxemburger Fränk Schleck und dem Spanier Alejandro Valverde zum Verhängnis. Die beiden Mitfavoriten büßten mehr als zwei Minuten auf Titelverteidiger Cadel Evans, Wiggins und Co. ein. Greipel war in diesen Unfall nicht verwickelt, musste aber am Freitag trotzdem zweimal zu Boden, erstmals nach rund 35 Kilometern. Dabei verletzte er sich an Schulter, Ellbogen und Daumen.

Gut 60 Kilometer vor dem Ziel erwischte es den deutschen Sprinter erneut: Bei der Einfahrt in ein schmales Waldstück kam Greipel wieder zu Fall und musste von drei seiner Teamkollegen wieder an das Hauptfeld herangebracht werden. Trotz der Blessuren hätte der 29-Jährige im Finish fast den Hattrick perfekt gemacht, wurde aber auf den letzten Metern noch von Sagan abgefangen. 

Für Freire wackelt Olympia

Für den dreifachen Straßenweltmeister Oscar Freire ist nach einem Sturz die Tour de France zu Ende. Seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in London (Straßenrennen am 28. Juli) ist ebenfalls gefährdet. Der Spanier zog sich bei einem Massensturz am Freitag einen Rippenbruch zu. Dabei wurde auch ein Lungenflügel durchstoßen. Der 36-Jährige wird drei bis vier Tage im Spital bleiben müssen.

Ebenfalls ins Krankenhaus zur Untersuchung musste Andre Greipel. Der zuletzt zweimalige Tagessieger war in zwei Stürze verwickelt worden und musste befürchten, dass die Frankreich-Rundfahrt für ihn frühzeitig beendet ist. Der 29-Jährige hatte sich an Schulter, Ellbogen und Hand verletzt.

(APA, 6.7.2012)

6. Etappe, Epernay - Metz (207,5 km): 1. Peter Sagan (SVK) Liquigas-Cannondale 4:37:00 Stunden - 2. Andre Greipel (GER) Lotto-Belisol - 3. Matthew Harley Goss (AUS) Orica GreenEdge - 4. Kenny van Hummel (NED) Vacansoleil-DCM - 5. Juan Jose Haedo (ARG) Saxo Bank - 6. Gregory Henderson (NZL) Lotto-Belisol - 7. Alessandro Petacchi (ITA) Lampre-ISD - 8. Luca Paolini (ITA) Katjuscha - 9. Daryl Impey (RSA) Orica GreenEdge alle gleiche Zeit - 10. Brett Lancaster (AUS) Orica GreenEdge +4 Sek. Weiter: 15. Bernhard Eisel (AUT) Sky gl. Zeit

Gesamtwertung: 1. Fabian Cancellara (SUI) Radioshack-Nissan 29:22:36 Std. - 2. Bradley Wiggins (GBR) Sky +7 Sek. - 3. Sylvain Chavanel (FRA) Omega-Quick Step gl. Zeit - 4. Tejay van Garderen (USA) BMC 10 - 5. Denis Mentschow (RUS) Katjuscha 13 - 6. Cadel Evans (AUS) BMC 17 - 7. Vincenzo Nibali (ITA) Liquigas-Cannondale 18 - 8. Sagan 19 - 9. Andreas Klöden (GER) Radioshack-Nissan gl. Zeit - 10. Maxime Monfort (BEL) Radioshack-Nissan 22. Weiter: 77. Eisel 8:59

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14 Postings

Greipel hatte sich die Schulter ausgerenkt, und wird Zweiter im Sprint!
Viecher sind das, Viecher...

Adrenalin macht einiges an Schmerzen wieder wett. Den Rest erledigt dann der Herdentrieb. Die fahren ja auch weiter, wenn sie kopfüber in den Graben stürzen. Ist halt die härteste Sportveranstaltung der Welt und die Platitüde "Tour der Leiden" trifft hier ausnahmsweise den Nagel auf den Kopf.

wie recht sie haben

und die heimischen kicker ächzen schon wenns 2x die woche soielen müssen

schade für oskar. hoffentlich geht sich olympia für ihn noch aus.

da man den teams und der administration der radfahrer nicht glauben kann das doping im sport wirklich zu verbieten
ist der andauernde erfolg dieses jungen relativ unbekannten fahrers sehr, sehr verdaechtig

waere gespannt was die wettquoten waeren fuer Sagan von sauber gegen gedoped

ob sagan gedopt ist, sei außen vor.

wenn sie in als relativ unbekannten fahrer bezeichnen, haben sie in den letzten 2 jahren aber nicht viel vom radsport mitbekommen!

Wäre mal schön einen Radartikel ohne Dopingkommentar zu lesen.
Wird das nicht langsam fad? Weiß eh jeder, dass gedopt wird. Trotzdem bleibt's ein interessanter Sport, der sich etwas mehr als diese Pawlowsche Gesabber verdient.
Gäääähhhn

Doping ?

gibts natürlich reichlich auch in anderen Sportarten,
wie Tennis (die Verbände kontrollieren erstmal fast nicht :( , Fussball, Tria, Langlauf, MLeichtathletik, Schwimmen, ecet.. you name it.

Aber Sagans Leistungen sind schon ein wenig auffällig.
Wenn er jetzt noch bei der TdF in den Bergen wie wild abräumt, dann gute Nacht -relativ-"sauberer" Radsport. Es geht letztlich um die Verbände, die bestimmen die Kontrollen

liegt eventuell daran

dass es radsport auf diesem niveau ohne chemie nicht gibt, stupid

ebenso leichtathletik,langlauf,skirennlauf,fußball,baseball,football,tennis,schach,bogenschießen,rudern,eishockey usw.

Nach seiner Zielankunft stürmte Farrar auf den Team-Bus der Konkurrenz zu und schlug gegen die Tür, um Veelers zur Rede zu stellen. Sein Teamchef Jonathan Vaughters sowie Argos-Betreuer hielten den US-Amerikaner zurück und verhinderten Schlimmeres.

sch... steroide

Angenommen .....

...Du fährst Rad , angenommen Du fällst wegen einigen Chaoten zum dritten Mal auf die Schnauze in 4 Tagen dann gehst Du sicher zu dem Chaoten hin und sagst " THANK YOU MY FRIEND....!" Ganz sicher !!!

Sie haben die Szene aber nicht wirklich gesehen, oder?

Farrar selbst ist vornehm ausgedrück nicht besonders geschickt gefahren und wenn jemand Schuld hatte, dann der Lampre Fahrer vor ihm. Aber sicher nicht Veelers. Im Gegenteil: der wär von Farrar selbst fast noch abgeräumt worden.

Aber, dass die Sprinter alle a bissl an Knacks haben, ist eh nix neues.

sie wollen doch nicht behaupten im radsport wird gedopt. das höre ich bestimmt das erste mal.

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