Salzburger Altlandeshauptmann Hans Katschthaler gestorben

  • Katschthaler bezeichnete Politikerreden gerne als "Allerweltsgeschwätz".
    foto: apa/gindl

    Katschthaler bezeichnete Politikerreden gerne als "Allerweltsgeschwätz".

Pinzgauer starb im Alter von 79 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung

Salzburg - Ein "ehrlicher Makler" und kein "schlitzohriger, wendiger, schlagfertiger Instinktpolitiker" und schon gar kein "medienwirksamer Volkstribun" - mit dieser vom Salzburger Journalisten Clemens M. Hutter formulierten Beschreibung seines Amtsverständnisses konnte Altlandeshauptmann Hans Katschthaler immer gut leben. Der 1933 im abgeschiedenen Pinzgauer Bergdorf Embach Geborene verstand sich selbst mehr als Bewahrer des Bestehenden denn als Neuerer.

Politisch markierte die Übernahme des Landeshauptmannpostens von Wilfried Haslauer senior durch Katschthaler im Jahr 1989 dennoch eine Zeitenwende. Erstmals konnte die ÖVP nicht mehr mit absoluter Mehrheit regieren. Katschthaler gehörte der Landesregierung bereits seit 1974 an und hatte die undankbare Aufgabe, diese Umstellung für seine Partei zu managen.

Dabei stand der Geschichte- und Geografielehrer immer im Schatten seines machtbewussten Vorgängers Haslauer. Auch die "barocke" Amtsführung seines Nachfolgers Franz Schausberger, der ihn 1996 im Amt beerbte, war nicht seine Sache.

Verwurzelt im Pinzgau

Katschthaler selbst bezeichnete Politikerreden gerne als "Allerweltsgeschwätz". Dass er seiner 2008 im Pustet-Verlag erschienenen Autobiografie eine CD mit von ihm vorgetragenen Mundartgedichten beilegen ließ, zeugt von seiner Verwurzelung im heimatlichen Pinzgau. So konnte er auch dem glatten Wiener Parkett nichts abgewinnen. Bundespolitisch trat Katschthaler - 1990 bis 1991 stellvertretender Bundesparteiobmann der ÖVP - selten in Erscheinung.

Diese konservative Grundhaltung führte freilich auch zu höchst umstrittenen Entscheidungen. Dass Salzburg das Angebot, ein Guggenheim-Museum im Mönchsberg zu errichten, nicht wahrgenommen hat, ist nicht zuletzt Katschthalers Ablehnung des Projektes zuzuschreiben. (neu, DER STANDARD, 7.7.2012)

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