Druck aus den USA: Spanien sperrt erste Downloadseiten

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 Proteste während des Beschlusses des "Ley Sinde-Wert" halfen nichts - 
das umstrittene Gesetz trat am 1. März 2012 in Kraft. Foto: Reuters
    foto: apa

     

    Alle Proteste während des Beschlusses des "Ley Sinde-Wert" halfen nichts - das umstrittene Gesetz trat am 1. März 2012 in Kraft. Foto: Reuters

Erstmals werden aufgrund des "Ley Sinde-Wert" Seiten vom Netz genommen, die auf geschützte Inhalte verweisen

Wenige Tage nachdem das EU-Parlament das Anti-Piraterie-Paket Acta gekippt hat, gehen Spaniens Behörden massiv gegen Download- und Linkseiten vor, die zu urheberrechtlich geschützten Inhalten führen. Grundlage ist das "Ley Sinde-Wert". Der Name des Gesetzes verweist auf seine Initiatoren, Kulturminister José Ignacio Wert und seine Vorgängerin Ángeles González-Sinde.

Weitere spanische Seiten sollen in Kürze folgen

Die erste Website, die aufgrund des im März in Kraft getretenen Gesetzes gesperrt wurde, vagos.es, war ein Internetforum mit zuletzt 5,7 Millionen registrierten Nutzern. Die Links, die dort geteilt wurden, führten auch zu Downloadseiten wie Rapidshare. Weitere spanische Seiten sollen in Kürze folgen, andere wie cinetube.es wollen selbst Downloadlinks löschen. Von 326 Anzeigen wurden 243 abgewiesen. 83 Verfahren laufen. María Teresa Lizaranzu leitet die eigens geschaffene Urheberrechtskommission, die das Sperren der Seiten veranlasst. Sie sieht "absolut keinen Unterschied darin, ob eine Website geschützte Inhalte anbietet oder zu diesen als eine Art Zwischenhändler per Link weiterleitet".

"Heute wird gegen Downloads vorgegangen, morgen gegen das Rückgrat des Webs, seine Links"

Gegen diese "ministerielle Katakombenkommission", deren Mitglieder trotz Transparenzgesetzes unbekannt sind, klagte Victor Domingo, Präsident des Web-User-Vereins Internautas, vor jenem Höchstgericht, das das Gesetz billigte, aber dennoch vor einer "pervertierten" Anwendung warnte.

Druck der USA

"Heute wird gegen Downloads vorgegangen, morgen gegen das Rückgrat des Webs, seine Links", warnt Domingo im Standard-Gespräch. Er kritisiert einen "autoritär agierenden Staat" und den Druck, den die USA in der Sache auf Spanien ausgeübt hatte. - Was offensichtlich wurde, als das Enthüllungsportal Wikileaks entsprechende Botschaftskorrespondenz zwischen Washington und Madrid veröffentlichte. Spanien stand jahrelang als "Piratennation" auf der schwarzen Liste der USA. Just nach Inkrafttreten des Ley Sinde-Wert wurde das Land von der Liste gestrichen. (Jan Marot aus Granada, DER STANDARD, 06.07. 2012)

Das Internetforum von vagos.es ist nach der Sperre auf zasca.com umgezogen.

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Das man sich mit den Masken

nicht blöd vorkommt. Respekt.

das man sich mit dem nick Big Ben 1603 nicht blöd vorkommt. respekt

Vielleicht Österreichrelevanter,
neues von der VAPO:

https://netzpolitik.org/2012/netz... en-sperrt/

Lobbyistenverein kämpft mit Wattestäbchen gegen Zunami

was anderes ist das hier nicht

was geteilt werden kann wird geteilt, so sind Menschen die kaum etwas besitzen, sie teilen es miteinander

und da hilft es auch nicht Gesetze zu schaffen um das Urheberrecht auf 70, 100 oder gar 1000 Jahre zu verlängern.

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Was ich gut finde:
-Kreative Musiker
-Gute Tonstudios

Was ich schlecht finde:
-Werbung jeder Art
-die zehnte Remix Version desselben Liedes vom selben Label

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THINK - WHILE IT'S STILL LEGAL !!!

damn it - korrekte Schreibweise : Tsunami

EuGH-Klage möglich?

Google veweist auf Links. Wird die Suchmaschine in Spanien jetzt auch gesperrt? Ich hoffe der EuGH bringt dieses hirnlose Gesetz zu Fall.

Das alte Katz-und-Maus-Spiel wird so bis in alle Ewigkeit weitergehen, oder glaubt tatsächlich irgendjemand, dass die Sperre einer Domain (oder mehrerer Domains) die FileSharer effektiv davon abhalten könnte ihrer Sache zu frönen?

Man versucht hier das Web mit der Keule des Neandertalers zu regulieren. Wie das ausgehen wird, dass werden wir noch erleben.

Es geht also...

...aber warum nicht bei Kinderporno-Seiten und bei Seiten, die Viren verbreiten?

es gibt Weltweite Übereinkünfte gegen Kinderpornographie

solche Seiten können schon seit LANGEM schnell aus dem Netz genommen werden,

zu den Virenseiten,
meist sind es nicht Internetseiten die Viren verbreiten,

wie der aktuelle rechtliche Stand zu Websites ist, die bewusst und absichtlich Viren verbreiten
(meist werden sie ja von kriminellen gehackt, weil sie mies programmiert sind)
WEIS ich leider Nicht

Diese beiden Dinge in einen Topf zu werfen hilft der Sache gar nicht.

Denn Links, die auf Fileshareseiten zeigen sind leicht zu finden - verbotene Pornoinhalte jedoch ganz und gar nicht. Da legen es die User ja genau darauf an, NICHT entdeckt zu werden und ja keine Spuren zu hinterlassen. Hier fündig zu werden braucht wesentlich mehr Aufwand, als das Aufspüren von Filmen oder Musikstücken, die gefunden werden sollen.

So verständlich ihr Posting ist, zeugt es doch von wenig Ahnung bezüglich der Materie

Da geht es um nicht um (viel) Geld.

kommt drauf an, wie man den markt ebrechnet.
abzuglüch der realen kinderprostitution und sexurlauber millionen ist es immer noch ein riesenmarkt lt wikipedia.

Wikileaks ist da schon eine glaubwürdigere Quelle, nachdem jeder Wikipedia Artikel bearbeiten kann.

Menschen missbrauchen IMMER ALLES, so auch Kontrollinstrumente

Obwohl ich nicht dachte dass ich das einmal sagen werden:

Ich hoffe der Wirtschaftsriese Google und Konsorten haben genug Lobbyisten und politischen Einfluss in den USA und machen bald mal Druck.

Da gehören ein paar Kleindiktatoren und bezahlte Marionetten einmal mit einem heftigen tritt aus ihren Ämtern entsorgt, sowohl in den USA als auch innerhalb Europas.
Sonst wird das noch ganz ganz ganz böse enden. Der Mensch ist an der Spitze seiner individuellen Freiheit seit unsere Geschichte begann, auch und v.a. Dank des Internets - hoffentlich ist es nicht der Stolperstein.

"Die Links, die dort geteilt wurden, führten auch zu Downloadseiten wie Rapidshare."

Ach, und dabei hatte ich mich schon so an Google gewöhnt. Schade, dass Google dann bald auch Geschichte sein wird. ;)

Seltsam, ein Link zu Rapidshare schützt nicht vor einer Sperre.

Ganz genau!

Google wäre nicht Geschichte nur die illegalen Seiten, gibt ja dann noch zig Milliarden andere.! Seiten.

rapidshare ist nicht illegal.

"Ach, und dabei hatte ich mich schon so an Google gewöhnt. Schade, dass Google dann bald auch Geschichte sein wird. ;)" Mehr braucht man dazu nicht zu posten. Moment:

@Pro-Acta&CO-Politiker egal wie sehr ihr gewohnt seit bei der Wahl Stimmen zu bekommen, das ist bald Geschichte.

egal

spanien ist ohnehin bald geschichte

wieso?

bloß, weil aus österreich vor einem jahrhundert ein treppenwitz der geschichte wurde?

Also das hätte ich jetzt nicht erwartet...
^^

:D

"Das Internetforum von vagos.es ist nach der Sperre auf zasca.com umgezogen."

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