Klonfleisch für EU-Behörde unbedenklich

Johanna Ruzicka, 6. Juli 2012, 18:19
  • Fleisch oder Klonfleisch?
    fotos: harald tittel/dapd

    Fleisch oder Klonfleisch?

Keine Unterschiede zwischen Klonfleisch und herkömmlichem Tierfleisch sieht die Efsa, die Technologie könnte in der EU angewendet werden

Parma/Brüssel/Wien - Die wissenschaftliche Stellungnahme hat das Zeug dazu, ähnlich kontroversielle Diskussionen hervorzurufen, wie sie der Konsument vom Einsatz gentechnisch veränderten Saatguts in der Landwirtschaft kennt: Die bekannt wirtschaftsfreundliche EU-Agentur Efsa mit Sitz in Parma, hat die letzten Entwicklungen rund um das Klonen von Tieren untersucht und ist zu der Ansicht gekommen, dass "Lebensmittelerzeugnisse aus geklonten Tieren sicher sind".

Produkte aus geklonten Tieren sind sogar so sicher, dass sie ununterscheidbar sind im Vergleich mit herkömmlich aufgezogenen Tieren: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass Unterschiede bestehen", so die Efsa. Dies wurde bei den Fleisch- oder Milchprodukten von Rindern und Schweinen festgestellt.

Damit kommt die EU-Kommission, die die Arbeit in Auftrag gegeben hat, unter Zugzwang. Adolf Marksteiner von der Landwirtschaftskammer meint, dass mit diesen Efsa-Aussagen die Diskussion um Gesundheitsgefährdung des Menschen umschwenken sollte auf eine Diskussion um Tierethik. „Klonen ist ein ausgereifter Prozess, es gibt bis zu 50.000 geklonte Nutztiere in den USA und Kanada." Insbesondere bei Rennpferden und Zuchtbullen sei in Nordamerika Klonen weitverbreitet und diesen Service nützten auch reiche europäische Pferdezüchter gerne.

Laut Ages, der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit, gibt es keine Klontechnik-Produktion in der EU. Es wurden nämlich bisher weder diesbezügliche Anträge gestellt, noch eine Zulassung für ein solches Produkt erteilt. "Sie dürfen daher in der EU nicht verkauft werden."

Reihe von Grauzonen

Bei dieser EU-Politik gibt es eine ganze Reihe von Grauzonen. Zum Beispiel beim Import. In die EU eingeführte Steaks müssten dann extra gekennzeichnet werden, wenn sie von Klontieren stammen. Damit allerdings wären sie unverkäuflich. Marksteiner meint, dass solche Importe trotzdem und ohne Kennzeichnung leicht stattfinden können, da die Klontechnik hinter den Waren ja nicht auszumachen ist - und in den USA ein solches Kennzeichnungswesen nicht existiert.

Eine weitere Lücke gibt es bei den Nachfolgeregelungen. Laut der EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger von der ÖVP gilt die EU-Kennzeichnungspflicht nur für Produkte aus Klontieren der ersten Generation. Für die „konventionell erzeugten Nachkommen" (Efsa-Wendung, Anm.) von Klontieren ist keine Kennzeichnung vorgesehen. Köstinger will sich angesichts des Berichts im EU-Parlament dafür starkmachen, dass es in der „Novel Food Verordnung" auch zu einer Auszeichnungpflicht für die Nachkommen kommt.

In der Efsa-Studie wird hervorgehoben, dass es bei der Technologie weiterhin viele Bedenken gibt, vor allem, weil es zu höherer Sterblichkeit und mehr Missbildungen bei den Klonen kommt. Interessanterweise nicht bei den konventionell erzeugten Nachkommen von Klonen: "Diese scheinen sich normal zu entwickeln", hebt die Efsa hervor.(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; 7.7.2012)

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Verbieten!

Das ist ja pervers. Wie kann man überhaupt nur darüber nachdenken, sowas auf den Teller zu bringen? Als ob es bis jetzt nicht ausreichend gut funktioniert hätte.....

cool - ich möchte dann mein bauchfleisch klonen und dann am grill haun :-)

Ich finde nicht nur Klonfleisch sondern auch die EU-Behörde BEDENKLICH!

Der Markt regelt das - UNVERKÄUFLICH

Die EU soll eine eindeutige Kennzeichnung vorschreiben - den Rest regelt der Markt.

"Zum Beispiel beim Import. In die EU eingeführte Steaks müssten dann extra gekennzeichnet werden, wenn sie von Klontieren stammen. Damit allerdings wären sie unverkäuflich. "

Richtig

Die Industrie kann machen, was sie will, vorausgesetzt, sie kennzeichnet alles korrekt. Das sich das ja im Preis auswirken würde, hätte jeder die Möglichkeit, nach seinen Vorstellungen einzukaufen. Und sollte wirklich etwas vom Konsumenten nicht angenommen werden, steht es der Industrie frei, es wieder vom Markt zu nehmen. ;-)))

Ich würde es kaufen.

Manche Menschen muss man vor sich selbst schützen!

Da wird halt das gestärkte EU-Parlament wieder einmal die Kommission in die Schranken weisen müssen ...

Ja bei der Unwissenheit die hier grassiert muß ich ihnen recht geben.

Wieso? Die haben doch nicht vor Menschen zu klonen um den Bedarf an der Kanibalithek zu befriedigen.

Und irgendwann ist dann ein Pizza mit 15% Sägespäne Anteil auch unbedenklich.

Schöne EU, Dreck dürfen wir fressen, für andere zahlen und bis zum Umfallen dafür arbeiten.

Noch so ein Fall von : ich habe keien Ahnung aber ich habe eine Meinung die ich palaktive auch noch ausrülpse.
Derzeit ist es so, dass geklontes Fleisch sich wohl nur sehr sehr reiche Leute werden leisten können (und da werden es wohl nur die tun die damit angeben wollen, denn einen schmeckbaren oder nährstomäßigen Unterschied gibt es einfach nicht! Da spielt auf die Qualität des Fleisches viel mehr die Haltung und das Futter als genetisch Ident oder extrem Ähnlich)

Ich habe nichts gegen Klonfleisch,

solange man es ordentlich kennzeichnet. Sowohl den Import von Klonfleisch (z.B. aus den USA) als auch das in der EU erzeugte Klonfleisch. Kein normal denkender Mensch würde Klonfleisch kaufen, wenn es ordentlich gekennzeichnet würde.

Aber weil diverse Vertreter aus der EU-Kommission mit diversen Lobbyisten-Vertretern bestes Bio-Fleisch essen, gleichzeitig nicht einmal die hungernden Länder Afrikas den gen- und klonmanipulierten Fraß aus den USA (und z.T. auch aus Europa) essen wollen, gibt es wohl nur eine Möglichkeit:

Klonfleisch bei gleichzeitiger Nicht-Kennzeichnung.

faktisch unmöglich, das können sie nie kontrollieren...

die einzige Möglichkeit sich zu wehren, ist
KEINE FERTIGLEBENSMITTEL KAUFEN!!

ich sag das meiner Verwandtschaft und Freunden immer wenn sie irgendwas auftischen wollen, das in irgendeiner Industrieküche oder Industriebackofen hergstellt wurde....

Bio-Klonfleisch?

Fleisch von geklonten Tieren wird voraussichtlich eh noch sehr lange Zeit nicht in den Regalen landen, dafür ist das Verfahren noch zu aufwendig.

Am ehesten ist mit Fleisch von Tieren zu rechnen, die geklonte Väter hatten.

Und solche Tiere könnten, da normal sexuell gezeugt, durchaus auch nach Bio-Richtlinien aufgezogen werden.
"Bio-Klonfleisch" wäre also durchaus machbar.
Wäre dann eine interessante Frage, was für die Konsumenten schwerer wiegt: Die Abstammung oder die Aufzucht.

Okay, ist natürlich ziemlich theoretisch. Bio-Fleischproduzenten werden sich kaum Sperma von geklonten Zuchtbullen kaufen.
Aber sie dürften es immerhin.

Je mehr ich über die Fleischindustrie weiss

desto weniger Fleisch esse ich. Kann mir diese Korrelation jemand erklären. Ich bin ein naiver Konsument der nicht in der Lage ist das grosse Ganze zu überblicken! Mea culpa :-)

Es gibt übrigens auch "Schummelkäse"

Das Faschierte

schaut dreimal gleich aus....Hilfe...

Was ist "Klonfleisch"?

Es wird im Artikel zwar darauf hingewiesen, ging in der Diskussion aber bisher ziemlich unter.

1. Fleisch von geklonten Tieren?
2. Fleisch von normal gezeugten Tieren mit zwei geklonten Elternteilen?
3. Fleisch von normal gezeugten Tieren mit nur einem geklonten Elternteil?
4. Fleisch von Tieren mit mindestens einem geklonten Vorfahren, aber mindestens einer vollständig sexuellen Generation dazwischen (beide Eltern sexuell entstanden)?

In näherer Zukunft wird vermutlich am ehesten 3. relevant sein: Herausragende Bullen werden geklont und deren Sperma für die Besamung ungeklonter Kühe verwendet.

Bei 1. ist der Begriff natürlich verwendbar. Aber schon bei 2. ist er zumindest fragwürdig, bei 4. nur noch sehr schwer argumentierbar.

Denke ich auch, dass es die 3 sein wird. Denn die Qualität des Fleisches hängt auch sehr von der Haltung des "Spendertieres" ab. Frei nach dem Motto: "Ein gutes Steak kann man nicht klonen, solange das Prozedere von der Geburt des Rindes bis zum Zeitpunkt, wo es auf meinem Teller landet, nicht geklont werden kann."

Also muss man sich auf die Aspekte des Fleisches besinnen, die effektiv geklont werden können.

Finde ich super

würde mich auch gerne klonen lassen um noch mehr ungeklonte Weibchen besamen zu können...

ihr erbgut ist definitiv nicht zur verbreitung geeignet.

Die natürliche Auslese sieht das anders...

dass die größten trottel üblicherweise die meisten kinder haben, ist auch kein großes geheimnis.

Ich denke gerade nach. Wie viele Kinder hat Susanne Winter?

keine Panik, bald gibt es das Essen aus dem Replikator !

btw: mein Posting ist natürlich zynisch gemeint !

Fürchterlich, heute weiss man eh nicht mehr was man da Essen tut, was man gerade aus den Supermarkt eingekauft hat...

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