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Fleisch oder Klonfleisch?
Parma/Brüssel/Wien - Die wissenschaftliche Stellungnahme hat das Zeug dazu, ähnlich kontroversielle Diskussionen hervorzurufen, wie sie der Konsument vom Einsatz gentechnisch veränderten Saatguts in der Landwirtschaft kennt: Die bekannt wirtschaftsfreundliche EU-Agentur Efsa mit Sitz in Parma, hat die letzten Entwicklungen rund um das Klonen von Tieren untersucht und ist zu der Ansicht gekommen, dass "Lebensmittelerzeugnisse aus geklonten Tieren sicher sind".
Produkte aus geklonten Tieren sind sogar so sicher, dass sie ununterscheidbar sind im Vergleich mit herkömmlich aufgezogenen Tieren: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass Unterschiede bestehen", so die Efsa. Dies wurde bei den Fleisch- oder Milchprodukten von Rindern und Schweinen festgestellt.
Damit kommt die EU-Kommission, die die Arbeit in Auftrag gegeben hat, unter Zugzwang. Adolf Marksteiner von der Landwirtschaftskammer meint, dass mit diesen Efsa-Aussagen die Diskussion um Gesundheitsgefährdung des Menschen umschwenken sollte auf eine Diskussion um Tierethik. „Klonen ist ein ausgereifter Prozess, es gibt bis zu 50.000 geklonte Nutztiere in den USA und Kanada." Insbesondere bei Rennpferden und Zuchtbullen sei in Nordamerika Klonen weitverbreitet und diesen Service nützten auch reiche europäische Pferdezüchter gerne.
Laut Ages, der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit, gibt es keine Klontechnik-Produktion in der EU. Es wurden nämlich bisher weder diesbezügliche Anträge gestellt, noch eine Zulassung für ein solches Produkt erteilt. "Sie dürfen daher in der EU nicht verkauft werden."
Reihe von Grauzonen
Bei dieser EU-Politik gibt es eine ganze Reihe von Grauzonen. Zum Beispiel beim Import. In die EU eingeführte Steaks müssten dann extra gekennzeichnet werden, wenn sie von Klontieren stammen. Damit allerdings wären sie unverkäuflich. Marksteiner meint, dass solche Importe trotzdem und ohne Kennzeichnung leicht stattfinden können, da die Klontechnik hinter den Waren ja nicht auszumachen ist - und in den USA ein solches Kennzeichnungswesen nicht existiert.
Eine weitere Lücke gibt es bei den Nachfolgeregelungen. Laut der EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger von der ÖVP gilt die EU-Kennzeichnungspflicht nur für Produkte aus Klontieren der ersten Generation. Für die „konventionell erzeugten Nachkommen" (Efsa-Wendung, Anm.) von Klontieren ist keine Kennzeichnung vorgesehen. Köstinger will sich angesichts des Berichts im EU-Parlament dafür starkmachen, dass es in der „Novel Food Verordnung" auch zu einer Auszeichnungpflicht für die Nachkommen kommt.
In der Efsa-Studie wird hervorgehoben, dass es bei der Technologie weiterhin viele Bedenken gibt, vor allem, weil es zu höherer Sterblichkeit und mehr Missbildungen bei den Klonen kommt. Interessanterweise nicht bei den konventionell erzeugten Nachkommen von Klonen: "Diese scheinen sich normal zu entwickeln", hebt die Efsa hervor.(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; 7.7.2012)
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Die EU soll eine eindeutige Kennzeichnung vorschreiben - den Rest regelt der Markt.
"Zum Beispiel beim Import. In die EU eingeführte Steaks müssten dann extra gekennzeichnet werden, wenn sie von Klontieren stammen. Damit allerdings wären sie unverkäuflich. "
Die Industrie kann machen, was sie will, vorausgesetzt, sie kennzeichnet alles korrekt. Das sich das ja im Preis auswirken würde, hätte jeder die Möglichkeit, nach seinen Vorstellungen einzukaufen. Und sollte wirklich etwas vom Konsumenten nicht angenommen werden, steht es der Industrie frei, es wieder vom Markt zu nehmen. ;-)))
Noch so ein Fall von : ich habe keien Ahnung aber ich habe eine Meinung die ich palaktive auch noch ausrülpse.
Derzeit ist es so, dass geklontes Fleisch sich wohl nur sehr sehr reiche Leute werden leisten können (und da werden es wohl nur die tun die damit angeben wollen, denn einen schmeckbaren oder nährstomäßigen Unterschied gibt es einfach nicht! Da spielt auf die Qualität des Fleisches viel mehr die Haltung und das Futter als genetisch Ident oder extrem Ähnlich)
solange man es ordentlich kennzeichnet. Sowohl den Import von Klonfleisch (z.B. aus den USA) als auch das in der EU erzeugte Klonfleisch. Kein normal denkender Mensch würde Klonfleisch kaufen, wenn es ordentlich gekennzeichnet würde.
Aber weil diverse Vertreter aus der EU-Kommission mit diversen Lobbyisten-Vertretern bestes Bio-Fleisch essen, gleichzeitig nicht einmal die hungernden Länder Afrikas den gen- und klonmanipulierten Fraß aus den USA (und z.T. auch aus Europa) essen wollen, gibt es wohl nur eine Möglichkeit:
Klonfleisch bei gleichzeitiger Nicht-Kennzeichnung.
die einzige Möglichkeit sich zu wehren, ist
KEINE FERTIGLEBENSMITTEL KAUFEN!!
ich sag das meiner Verwandtschaft und Freunden immer wenn sie irgendwas auftischen wollen, das in irgendeiner Industrieküche oder Industriebackofen hergstellt wurde....
Fleisch von geklonten Tieren wird voraussichtlich eh noch sehr lange Zeit nicht in den Regalen landen, dafür ist das Verfahren noch zu aufwendig.
Am ehesten ist mit Fleisch von Tieren zu rechnen, die geklonte Väter hatten.
Und solche Tiere könnten, da normal sexuell gezeugt, durchaus auch nach Bio-Richtlinien aufgezogen werden.
"Bio-Klonfleisch" wäre also durchaus machbar.
Wäre dann eine interessante Frage, was für die Konsumenten schwerer wiegt: Die Abstammung oder die Aufzucht.
Okay, ist natürlich ziemlich theoretisch. Bio-Fleischproduzenten werden sich kaum Sperma von geklonten Zuchtbullen kaufen.
Aber sie dürften es immerhin.
Es wird im Artikel zwar darauf hingewiesen, ging in der Diskussion aber bisher ziemlich unter.
1. Fleisch von geklonten Tieren?
2. Fleisch von normal gezeugten Tieren mit zwei geklonten Elternteilen?
3. Fleisch von normal gezeugten Tieren mit nur einem geklonten Elternteil?
4. Fleisch von Tieren mit mindestens einem geklonten Vorfahren, aber mindestens einer vollständig sexuellen Generation dazwischen (beide Eltern sexuell entstanden)?
In näherer Zukunft wird vermutlich am ehesten 3. relevant sein: Herausragende Bullen werden geklont und deren Sperma für die Besamung ungeklonter Kühe verwendet.
Bei 1. ist der Begriff natürlich verwendbar. Aber schon bei 2. ist er zumindest fragwürdig, bei 4. nur noch sehr schwer argumentierbar.
Denke ich auch, dass es die 3 sein wird. Denn die Qualität des Fleisches hängt auch sehr von der Haltung des "Spendertieres" ab. Frei nach dem Motto: "Ein gutes Steak kann man nicht klonen, solange das Prozedere von der Geburt des Rindes bis zum Zeitpunkt, wo es auf meinem Teller landet, nicht geklont werden kann."
Also muss man sich auf die Aspekte des Fleisches besinnen, die effektiv geklont werden können.
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