Bisher boomt in Libyen nur der Privatsektor

6. Juli 2012, 19:01
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In Libyen geht es wirtschaftlich wieder bergauf

Tripolis - OMV-Chef Gerhard Roiss kann zufrieden sein: Nach den Einbrüchen des Vorjahres liegt die Produktion wieder bei 85 Prozent des Vorkrisen-Niveaus. Noch besser sieht es für den Medizindienstleister Vamed aus: Man ist wieder voll operativ.

In Libyen geht es wieder bergauf. "Im Privatsektor ist die Entwicklung erstaunlich gut", sagt der österreichische Wirtschaftsdelegierte David Bachmann im STANDARD-Gespräch. "Allerdings steht der öffentliche Bereich fast still. In Tripolis will man die Wahl abwarten, bevor Entscheidungen getroffen werden." Das bekommt auch der österreichische Zementhersteller Asamer zu spüren: Bachmann zufolge gibt es bei der Produktion immer wieder Unterbrechungen. "Erst nach der Wahl werden wir mehr Klarheit haben."

Wohl nur politisch kann der Arbeitskräftemangel gelöst werden: Hunderttausende ausländische Facharbeiter und Millionen Hilfsarbeiter sind geflüchtet; nur wenige sind zurückgekehrt. Prinzipiell sei das Defizit mit libyschen Arbeitskräften zu lösen, immerhin gebe es eine Arbeitslosenquote von bis zu 30 Prozent, sagt Bachmann. Doch auch hier gilt: Bitte warten. Denn Beschäftigungsprogramme wird die künftige - gewählte - Übergangsregierung frühestens in ein paar Monaten in Angriff nehmen. (gian, DER STANDARD, 7.7.2012)

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