Stadt Salzburg plant "Vorzone zur Fuzo"

Thomas Neuhold
6. Juli 2012, 19:07
  • Während Fußgänger im Sommer die Salzburger Innenstadt bevölkern, hat das Auto ab sofort Pause.
    foto: apa/fohringer

    Während Fußgänger im Sommer die Salzburger Innenstadt bevölkern, hat das Auto ab sofort Pause.

Saisonale Mittagsregelung ist Probelauf für Verkehrsberuhigung der Innenstadt

Salzburg - Weil "Sperre" gar so negativ klingt, heißt das Ganze jetzt " Mittagsregelung": In der Sommer-Hochsaison von 16. Juli bis inklusive 17. August werden werktags von 10 bis 14 Uhr die drei Zufahrten in die Salzburger Innenstadt für den Pkw-Verkehr gesperrt. "Das Auto hat im Sommer Mittagspause", heißt es launig auf den diversen Informationsmaterialien des Magistrats.

Mit dieser "Mittagspause" will die Stadt Salzburg das alljährliche, von tausenden Touristenautos verursachte Sommer-Verkehrschaos in den Griff bekommen. Ausgenommen vom Einfahrtsverbot bei der Staatsbrücke, dem Müllner Hügel und dem Neutor durch den Mönchsberg sind Einsatzfahrzeuge, Taxis, Hotelgäste, Lieferanten und Anrainer.

Darüber hinaus wird auch die Schlechtwettersperre der gesamten Stadt für den gleichen Zeitraum verschärft. Sagt der Wetterbericht für den kommenden Tag am Nachmittag Regenwetter vorher, kommt es bereits ab neun Uhr Vormittags zu Ableitungen der Touristen-Pkws auf die Park-and-Ride-Plätze. Im Gegenzug erhalten die Salzburg-Besucher ein für fünf Personen gültiges Ganztags-Busticket samt Parkberechtigung um zwölf Euro.

Für Verkehrs- und Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) ist die temporäre Sperre freilich nur ein erster Probegalopp. Wie Padutsch bereits Mitte Mai im STANDARD-Interview angekündigt hat, soll "ab Herbst die Formulierung einer Dauerlösung mit allen Beteiligten" beginnen.

Widerstand der VP

Er wolle eine Variante, die zwar die Zufahrt in den Bereich ermögliche, aber die Durchfahrt verhindere, präzisierte der Verkehrsstadtrat am Freitag. Damit würde eine "Vorzone zur Fußgängerzone in der Altstadt" geschaffen. Die Zeit sei jedenfalls reif, "dass wir die großen Freiräume der Stadt nicht nur dem Verkehr zur Verfügung stellen", sagt Padutsch. Rückendeckung dürfte der Grün-Politiker von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) bekommen. Schaden hatte die Mittagsregelung wiederholt als " Pipifax"-Maßnahme bezeichnet und weiter gehende Einschränkungen für den Individualverkehr angekündigt.

Rot-Grün hat auch die nun vorliegende temporäre Sperre im Gemeinderat gegen den erbitterten Widerstand der ÖVP durchgesetzt. Bis heute argumentiert die Stadt-ÖVP mit möglichen wirtschaftlichen Nachteilen für die Innenstadt-Kaufleute.

Die von Vizebürgermeister Harald Preuner - im Zivilberuf Fahrschulbesitzer - auf einen streng autofreundlichen Kurs getrimmte Stadt-ÖVP agiert politisch allerdings zunehmend isoliert. Selbst vonseiten der Wirtschaftskammer ist von der "Weltuntergangsrhetorik" (Bürgermeister Schaden über die Kritik an der Innenstadtsperre) nichts mehr zu hören. Im Gegenteil: Inzwischen prangen sogar die Logos von Wirtschaftskammer und Altstadtverband auf den Werbematerialien der Stadt zur neuen Mittagsregelung. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

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und das ist auch gut so!

es macht zwar eh keinen spaß durch die gesteckt volle getreidegasse zu fahrn mit dem auto, aber gibt trotzdem genug leute die's machen

OeVP

die Partei fuer Leute die keinen Meter zu Fuss gehen koennen, und damit sind jetzt nicht Rollstuhlfahrer gemeint...
Wenns nicht gehen koennts dann kaufts euch doch a paar Saenftentraeger. Ja ich weis die bekommt man heute nicht mehr gratis oder als Sklave, aber die paar Knoedl werds wohl auftreiben koennen oder?

Da sollte einer auf Fahrradtaxibesitzer umsatteln.

Kaum ist die U1 gesperrt, stehens mitten am Stephansplatz.

u1? in salzburg?

natürlich gibt es in salzburg eine u1 und einen stephansplatz.

wussten sie das nicht?

gehens mal raus aus ihrem dörfl!

Diese Maßnahme wäre schon längst auch für die Wiener Innenstadt angebracht.

Innenstadtsperre ist ja nicht so blöd, aber dann sollte man zB auch dafür sorgen, dass die Stadtautobahn mautfrei wird. Sonst kommts wie jedes Jahr wieder zum tollen Spektakel, dass die Asfinag bei der Autobahnabfahr zur Parkmöglichkeit steht und wie will um sich straft.

Die A1 und die A10 sind keine Stadtautobahnen. Autobahnen sind vor allem für den Fernverkehr. Wer darauf fahren will, der kann ja dafür eine Berechtigung = Pickerl kaufen.

dagegen hilft auch mautpickerl kaufen

Für Touristen, die 1x im Jahr nach Sbg kommen? Naja.

Die 10-Tagesvignette um 8€ wird sich der Salzburg Tourist wohl leisten können.

Also es gibt jede Menge Bayern die gerne nach Salzburg kommen und genügend Geld dort lassen, aber nie auf der Autobahn fahren.

Und die sollen jetzt für 100 m 8,-- und fürs Parken nochmals 20,- € bezahlen?
Ob das so funktioniert, oder man doch Einbussen bekommt möchte ich bezweifeln.

Sry, aber ich finds lächerlich, dass man zahlen muss, weil einen die Polizei bei Salzburg Mitte auf die Autobahn lotst und man dann eh beim Messezentrum wieder abfährt. Das sind 100m auf einer Nebenfahrbahn.

"Bis heute argumentiert die Stadt-ÖVP mit möglichen wirtschaftlichen Nachteilen für die Innenstadt-Kaufleute."

Schwachsinn, in der Innenstadt gibt's sowieso fast ausschließlich Durchzugsverkehr. Wer, der in der Innenstadt einkaufen will, parkt denn direkt in der Sperrzone?

Du begreifst das nicht. Ohne Zufahrtsmöglichkeit wird nichts gekauft. Besonders kleine Läden leben vom Autoverkehr.

Die Touristenläden überleben auch ohne Autos. Der Rest sperrt zu.

Welche Läden wären denn das jetzt? Mir fällt in dem betroffenen Gebiet jetzt wirklich keiner ein, wo man über mittag unbedingt mit dem Auto zum Einkaufen fahren müsste.
Die großen Umsätze mit den Autobesitzern finden ohnehin am Stadtrand stadt.

also auf dem graben und der kärntnerstraße hats nicht geschadet. und da war am anfang auch vom untergang des innerstädtischen kaufmanns die rede ....

Ihre Kompetenz

in Sachen Innenstadtverkehr ist genauso endenwollend wie in anderen von Ihnen stark frequentierten Themenbereichen ...

Ich kann mich an eine ähnliche Diskussion in Graz erinnern, als es um die Parkplätze in der reistchulgasse ging.

Alle Wirtschaftskammermitglieder = alle Geschäftsleute haben geschrien, dass dann die Kunden wegbleiben, nur der Geschäftsführer vom Hofer hing nicht am Gängelband der Kammer und hat gesagt, dass eh 80% der Kundschaft mit dem Fahrrad kommen und auf einem PKW-Parkplatz 10 Räder platz haben.

Den gibt's leider auch icht mehr

Aber die Radlparkplätze sind noch da :-)

Wenn ich zum Hofer mit'm Radl fahr ...

dann gibt es links und rechts Seitentaschen.
Leer sind die schmal, aber wenn sich der Inhalt des Einkaufswagens da drin verteilt hat, war es das mit den 10 Radabstellplätzen schon :)
Schließlich fährt man zum Hofer ja nicht, um zu "shoppen", sondern um Futter etc. heimzubringen.

Mhm, der Hofer der den Rest weghaben will. Mal ganz was neues. Und es ist kompletter Holler, dass jemand zu einem Diskonter mit einem Fahhrad fährt.

Holler?

also ich bin so ein jemand.
Wo soll das Problem sein?

Der geschâftsführer vom hofer hat solange das rathaus genervt, bis zumindest die drei Parklplätze vor der Hofer-Filiale in Fahrradabstellplätze umgewandelt wurden.

So konnten immerhin 30 statt nur 3 Kunden vor der Filiale parken.

der Geschäftsführer kannte seine Zielgruppe

Jede Person, die besagten Hofer kannte kann das nur unterstreichen, btw. hat die Neugestaltung auch für die Geschäfte sehr viel gebracht.

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