Wofür steht ein Regenschirm?

Milena Michiko Flašar, 7. Juli 2012, 16:48
  • "... weil diese Stadt, einst lebendig, seit Jahren am Sterben ist": eine Straßenszene aus Tsuyama.
    foto: flašar

    "... weil diese Stadt, einst lebendig, seit Jahren am Sterben ist": eine Straßenszene aus Tsuyama.

  • Milena Michiko Flašar: "Aus den Lautsprechern kam dieselbe Musik wie früher, doch die Magie hatte sich verflüchtigt und einer fast gespenstischen Stimmung Platz gemacht."
    foto: susanne schleyer / autorenarchiv.de

    Milena Michiko Flašar: "Aus den Lautsprechern kam dieselbe Musik wie früher, doch die Magie hatte sich verflüchtigt und einer fast gespenstischen Stimmung Platz gemacht."

Wenn jemand, wider die Vergänglichkeit, an etwas Zerbrechlichem festhält, dann liegt darin eine ungeheure Traurigkeit und zugleich Schönheit. Erinnerungen an eine Verkäuferin in Japan

Wenn ich an Tsuyama denke, die Heimatstadt meiner Mutter, dann befällt mich neben all der Freude, die ich damit verbinde, auch eine tiefe Traurigkeit, weil diese Stadt, einst lebendig, schon seit Jahren am Sterben ist.

Ein Schicksal, das sie mit vielen anderen Städten teilt und welches trotzdem ein einzelnes ist, insoweit es die einzelnen Menschen betrifft, die darin wohnen. Zum Beispiel Frau Horie, die Regenschirmverkäuferin.

Die Stadt, darunter verstehe ich ihr innerstes Zentrum, die überdachten Einkaufsstraßen, die sogenannten Shotengais. Sie sind das Herz einer jeden japanischen Stadt, zumindest waren sie das einmal, und es ist dieser Kontrast, früher und heute, der meiner Traurigkeit einen bittersüßen Geschmack beigibt.

Als Kind habe ich jeden zweiten Sommer in Tsuyama verbracht, und damals, wohl weil ich klein war, erschienen mir die Shotengais wie ein großes, unendlich großes Labyrinth, voller Magie. Da war der Friseur mit dem typischen Signpole vor dem Geschäft, einer sich spiralförmig drehenden Säule in den Farben Blau, Weiß und Rot, der Topf- und Eisenwarenhändler, die Takoyaki-Bude, wo man gebackenen Oktopus zu essen bekam. Der Süßwarenladen, bis oben hin mit Schokolade gefüllt, das laute Rasseln von Metallkugeln aus der Pachinko-, einer Glücksspielhalle, und gleich daneben das buddhistische Devotionaliengeschäft, in dem es nach Räucherstäbchen roch.

Geprassel des Regens

Aus den Lautsprechern kam Musik. In der Regenzeit, meist Anfang Juni bis Mitte Juli, konnte man das Geprassel des Regens hören, welches sich mit der Musik zu einer einzigartigen Melodie vermischte, und wer seinen Schirm zu Hause vergessen oder ihn irgendwo liegengelassen hatte, lief, klitschnass wie er war, in den Laden von Frau Horie, um sich einen zu kaufen.

Ich liebte diesen Laden, und das nicht, weil er schön war, denn das war er ganz und gar nicht, mehr ein Verschlag mit nacktem Betonboden, sondern weil von ihm und seiner Besitzerin etwas ausging, wofür ich erst heute, Jahre später, ein Wort finde, nämlich Würde. Wobei dasselbe Wort auch für all die anderen Läden gilt, die sich über Generationen hinweg einem bestimmten Handwerk verpflichtet haben und die, von der Zeit überrollt, ihr zunächst nachhinkend, am Ende weit hinter ihr zurückbleiben, weil immer dann, wenn sie Atem schöpfen, gerade dann die Zeit noch schneller über sie dahinrollt, als sie es ohnehin schon tut.

Bessere Tage

Frau Horie, aus meinen Kinderaugen betrachtet steinalt, Mitte sechzig, gehörte mit ihrem Laden zu denjenigen, die trotz ihres Alters dafür sorgten, dass die Stadt lebendig war, und zwar sorgten sie dafür, indem sie den Dingen, die sie verkauften, einen Wert beigaben, der weit über den materiellen hinausging. Frau Horie etwa verkaufte nicht einfach nur Regenschirme, nein.

Sie verkaufte zusätzlich eine Geschichte. Die Geschichte ihrer Familie, eingebettet in die Geschichte der Stadt. Die Geschichte ihrer selbst, eingebettet in die Geschichte derer, die mit ihr das Bild der Shotengais prägten. Oft genug kam ich mit meiner Großmutter bei ihr vorbei und hörte zu, wie sie sich über ihre beginnenden Wehwehchen austauschten, und bald genug kamen andere dazu, alles Älterwerdende oder schon Altgewordene, die zwischen den in Reihen aufgespannten Regenschirmen standen, sich meistens erinnerten, an bessere Tage.

Landflucht und Vergreisung. Schon damals kündigte sich an, dass die Stadt, aufgrund mangelnder Perspektiven für die Jungen, zur bloßen Hülle einer Stadt werden würde. Im Zweijahrestakt konnte ich mitansehen, wie ein Geschäft nach dem anderen dichtmachte, sogar die Glücksspielhalle mit ihren glitzernden Automaten. Stattdessen wurden Kaufhäuser errichtet, an den äußersten Rändern der Stadt, sodass die Leute immer weniger im Zentrum einkauften, das Zentrum dadurch nach und nach verfiel, bis auch dort ein Kaufhaus errichtet wurde und die kleinen Läden rundherum wie schäbige Überbleibsel aus einer fernen und fremden Vergangenheit wirkten. Sie zu sanieren oder gar von Grund auf zu erneuern, dazu fehlte es den Besitzern an Kapital und wohl auch an Kraft und Beweglichkeit, da die meisten von ihnen einem traditionellen Berufsbild anhingen.

Ein Süßwarenhändler bot ausschließlich Süßwaren an, eine Regenschirmverkäuferin nichts anderes als Regenschirme. Und diese einseitige Ausrichtung auf nur ein Angebot passte schlecht in eine Zeit, in der jede Tankstelle, jeder Supermarkt, jede Drogerie, nicht immer preisgünstiger, aber schlichtweg praktischer, die gleichen Süßwaren und Regenschirme anzubieten begonnen hatte. Einige hielten sich, so wie Frau Horie, doch die Frage "Wie lange noch?" stand ihnen allen sehr deutlich ins Gesicht geschrieben. Und auch die Antwort, ein fatalistisches "Solange es geht".

Als ich das letzte Mal, vor einem halben Jahr, in Tsuyama war, glichen die Shotengais an manchen Stellen einem leergeräumten Museum. Aus den Lautsprechern kam dieselbe Musik wie früher, doch die Magie hatte sich verflüchtigt und einer fast gespenstischen Stimmung Platz gemacht. Hier und da schlurfte einer am Gehstock vorbei, dann wieder lange, sehr lange niemand. Dort, wo Frau Horie ihren Laden gehabt hatte, fand ich eine asphaltierte Fläche vor.

Fünfhundert Yen das Stück

Einen Parkplatz für die Mitarbeiter des Kaufhauses, welches allerdings ebenfalls nahe daran war, in Konkurs zu gehen. Wohin ich schaute, heruntergelassene Rollläden, von Rost zerfressen. Und wer saß da eines Abends, auf dem Parkplatz, mit krummem Rücken? Frau Horie! Ich konnte es zunächst nicht glauben.

Sie hatte sich auf einen mit gebrachten Klappstuhl gesetzt, neben sich einen Eimer voll Regenschirme, die sie für fünfhundert Yen das Stück verkaufte, und sah nicht recht anders aus als hinter dem Ladentisch, nur dass um sie herum keine Wände waren. Die weißen Haare im Dämmerlicht. Ein Denkmal, welches zu sagen schien: "Es geht noch." Und so saß sie da und starrte ins Leere, hing jenen Tagen nach, in denen die Stadt und mit ihr sie selbst den Höhepunkt ihrer Blütezeit erlebt hatte.

Ich sah sie noch öfters, immer am selben Platz, sah, wie sie einen der Schirme aus dem Eimer nahm, ihn auf- und wieder zuspannte, ihn nach rechts, dann nach links drehte, ihn zusammenfaltete, die Hand um den Griff, wie sie ihn abstellte und endlich losließ, so vorsichtig, als ob es sich dabei um einen zerbrechlichen Gegenstand handeln würde, und vielleicht, wer weiß es?, ist er das auch.

Wenn jemand festhält, wider die Vergänglichkeit, an etwas Zerbrechlichem festhält, dann liegt darin, das war mein Gedanke, als ich Frau Horie an ihrem Platz sitzen sah, eine ungeheure Traurigkeit und zugleich Schönheit, und nur zu gerne hätte ich sie gefragt, woran sie da eigentlich festhielt. Hätte ihr gerne die Frage gestellt: "Wofür steht ein Regenschirm?" Aber irgendwie erklärte sich das von allein, indem sie, schon über die neunzig, zwar dazu gezwungen gewesen war, ihren Laden herzugeben, nicht aber die Geschichten, die ihn erfüllt hatten. Und so glaube ich, dass ein Schirm für sie nicht nur ein Ding, sondern ein Ort, mehr noch, ein in sich abgeschlossenes, vollkommen eigenständiges Universum ist, ein Raum jenseits der Räume, unter dessen schützendem Dach ein Menschenleben geht und steht, auch wenn sie es wahrscheinlich gar nicht so ausdrücken würde, eher erstaunt wäre über eine derartige Definition.

Filme aus dem Vorjahr

Am Tag meiner Abreise ging ich noch einmal durch die Stadt, um mich von ihr zu verabschieden. Von dem Musikgeschäft etwa, in dessen Auslage verblichene Kassetten noch weiter vor sich hin bleichten, von dem Papierwarenladen, in dem der Verkäufer, wenn er eine Rechnung schrieb, die Spitze des Kugelschreibers anfeuchtete. Von dem Geschäft für Unterwäsche, das es nicht mehr gab, weil mit der Musikhochschule die Studentinnen weggezogen waren. Von dem alten Kino, das die Filme des Vorjahres zeigte, lauter Filme, die schon längst im Fernsehen gezeigt worden waren. An manchen Stellen hatte die Stadt aber auch ein neues Gesicht bekommen.

Voller Überraschung stieß ich zum Beispiel auf ein Manga Café, wo man sich in Kabinen einmieten, darin lesen oder im Internet surfen, ja sogar die Nacht verbringen kann. Der Besitzer, ein Mittzwanziger, hatte die Idee aus Tokio mit nach Hause gebracht - und auf meine Frage, wie es läuft, sagte er: "Ganz gut."

Mit Blick auf ein paar Schüler, die gerade hereinkamen und sich aufs Sofa fläzten. "Und auch die", sagte er, "bringen vielleicht einmal eine Idee mit nach Hause. Das wäre schön."

Der Lauf der Dinge

Ja, möchte ich ihm beipflichten. Es wäre schön, wenn etwas nachkäme und wenn das, was ich eingangs als Sterben bezeichnet habe, in Wahrheit nur der natürliche Lauf der Dinge wäre, der auch ein Wiederaufleben miteinschlösse. Frau Horie aber werde ich als eine der Letzten ihrer Zeit in Erinnerung behalten, als eine derjenigen, die meine Kindheit verzaubert haben.

"Einen Regenschirm, bitte. Den blauen."

"Ja, die blauen sind besonders hübsch."

Mit einem zahnlosen Lächeln streckte sie mir den Schirm entgegen, und wenn ich ihr im Gegenzug nicht die fünfhundert Yen hingehalten hätte, ich glaube, sie hätte vergessen, dass ich sie ihr schuldig war.

"Vielen Dank", lächelte sie und verbeugte sich im Sitzen. Der Klappstuhl, auf dem sie saß, verbeugte sich mit.
(Milena Michiko Flašar, Album, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

Milena Michiko Flašar, geb. 1980, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Ihr letztes Buch "Ich nannte ihn Krawatte" erschien bei Wagenbach. Flasar liest am  Donnerstag, dem 12. 7, um 20 Uhr gemeinsam mit Friederike Mayröcker im Rahmen der "O-Töne" im Wiener MQ.

Video

O-Töne: Friederike Mayröcker und Milena Michiko Flašar

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ernsthafte frage

kann mir mal jemand erklären warum japaner (zum Teil auch in Europa) mit Mundschutz rumlaufen ??
So viel schlimmer wird die Luft in Tokio ja wohl nicht sein ?

Mit der Luftqualität hat das nichts zu tun,

die hat man in Japan schon seit den 70er Jahren recht gut im Griff.
Mehr schon mit Rücksichtnahme und Selbstschutz. Rücksichtnahme, indem erkältete Personen eine Maske tragen, um andere nicht anzustecken (bei uns unvorstellbar, da gehört es ja geradezu zum guten Ton, seine Bazillen im öffentlichen Raum zu verteilen). Selbstschutz, um das eigene Ansteckrisiko zu verringern - wer einmal in einer Tokyoter U-Bahn zur Stoßzeit gefahren ist, weiss warum.
Schutzmasken zur Verhinderung von Epedemien sind übrigens kein japanisches Spezifikum, zumindest theoretisch wüsste man auch bei uns, dass sie gut gegen Tröpfeninfektionen wirksam sind. U.a. wurden deshalb unter Ministerein Rauch-Kallat Millionen davon angekauft...

na ja, aber helfen tut es auch nicht wirklich. Es ist nur bei der Tbc nachgewiesen, dass man mit Mundschutz eine Übertragung vorbeugen kann. Bei viralen Infekten aller Art eben nicht. Die meisten Menschen in Japan beugen sich einem allgemeinen Trend, z.T. auch dem sozialem Druck. Es ist das typisch japanische Overdoing, zu viel des Guten, ohne die Sinnhaftigkeit wirklich zu hinterfragen. Die einzigen, die ein wenig profitieren, sind Pollenallergiker in der Saison.

Der Übergang von Selbstschutz zu "sozialem Zwang" ist wohl fliessend, und in Bezug auf die Husterei in öffentlichen Verkehrsmitteln wäre mir bei uns etwas mehr sozialer Zwang durchaus recht (wie beispeisweise auch beim Handytelefonieren das in Japan verboten ist - und die Leute halten sich auch daran. Wie angenehm, in der U-Bahn nicht die ganze Zeit mit Burotratsch, Einkaufslisten, Urlaubsplänen etc. Unbekannter zwangsbeglückt zu werden).
Und mit der Wirksamkeit der Masken ist es wahrscheinlich so wie beim Fahhradhelm. Er nutzt nicht immer, aber manchmal eben schon. Und wenn sich der Träger dadurch sicherer fühlt, solls recht sein...

statt sich aus falscher Rücksicht zu vermummen und ihre Handys anzustarren, wünschte ich, dass mehr JapanerInnen einen Fahrradhelm tragen und nicht auf dem Gehsteig radfahren, dass die Fußgänger die Radwege achten, dass Kinder im PKW in Kindersitzen geführt werden, dass die Autofahrer beim Einkaufen im Convini ihre Motoren abstellen und nicht überall parken, wo es ihnen gerade recht ist, dass die Jungen den Älteren in der U-Bahn platz machen, dass man die Tür aufhält, den Kinderwagen tragen hilft, bei der Kassa mit wenigen Produkten und einem Kind an der Hand vorgelassen wird... habe ich alles leider, im Gegensatz zu Wien, in Japan noch nie erlebt. Da nehme ich das Gequatsche an Handy lieber in Kauf.

Aus welchem Grund wünschen sie sich

dass Japaner Fahrradhelme tragen. Aus reiner Sorge um die Unversertheit der Japaner kann ich mir nicht vorstellen, wenn ich mir ihren Rundumschlag betr. Japaner ansonsten so ansehe. Sie wissen aber schon dass Japaner mit dem Fahrrad auf dem Gehsteig fahren müssen, wenn kein Radweg vorhanden ist?
Komische Sache, ich war bislang nur insgesamt 2 Monate in Japan, dass alten Menschen ein Sitzplatz in Öffis von Jüngeren überlassen wurde habe ich des öfteren erlebt. Weiters wäre ich mit nur der Hälfte an Höflichkeit und Rücksichtnahme wie ich sie in Japan erleben durfte in Ö. mehr als zufrieden. Vielleicht auch eine Frage wie man den Leuten entgegentritt.

stimmt nicht ganz

Bis 2010 gestattete die japanische Verkehrsordnung, als einzige aller OECD Staaten, "die umsichtige Mitbenützung von Gehsteigen im Schritttempo, falls die Straße zu gefährlich erscheint". Allein 2009 starben über 400 Radfahrer und Fußgänger bei Zusammenstößen, was diese Regelung zum Kippen gebracht hatte. Die allgemeine Ettiquette sieht nur Konformität mit der Gesellschaft, nicht aber die Rücksichtsnahme auf den Nächsten im westlich-christlichen Sinne vor. Initiative ergreifen gilt als unjapanisch und ist verpönt (deshalb keine Hilfe beim Kinderwagentragen). Was Sie als Rücksichtsnahme bezeichnen, ist eine anerzogene Intuition, das Antizipieren von Gedanken und Taten anderer, etwas, was uns fehlt, weil wir direkt kommunizieren.

Shtengais???

Das Aussterben der Nahversoger ist allerdings kein japanspezifisches Problem. In meinem oberösterreichischen Heimatort gabe es zu meiner Volksschulzeit drei Gemischtwarenhandlungen, jetzt schon seit langer Zeit keine mehr, dafür Billa und Zielpunkt ausserhalb des Orts, ohne Fahrzeug nicht zu erreichen.
Die (nicht immer überdachten) Einkaufsstraßen in Japan heissen übrigens Shotengai - mit langem O. Und da es im Japanischen keine Pluralbildung gibt, ist es auch nicht notwendig, im Deutschen ein Plural-S anzuhängen.

Ich bin zutiefst gerührt von diesem wirklich wunderschönen Text

Das gehört zum Besten was ich hier an dieser jemals lesen durfte.
Danke, danke, danke.

Dann empfehle ich Ihnen das Buch "Ich nannte ihn Krawatte" - ein aussergewöhnliches Leseerlebnis.

Danke.

Fuer diesen wunderschoenen Text. Ich werde morgen sofort Ihr Buch kaufen.

Wahsinn da wird einem erst bewusst wie die Zeit dahinrast

Die Welt entwickelt sich in die falsche Richtung , alle Einkaufszentren gehören geschlossen die Leute sollten wieder viel herzlicher und geselliger werden

auf meine Frage, wie es läuft, sagte er: "Ganz gut."

Dass die Mangacafes nun die Stadt erobern, ist leider auch nur Zeichen des wirtschaftlichen Niedergangs. In den Internet-Kabinen übernachten die Freeters, junge Tagelöhner, die sich trotz ihrer multiplen Jobs dennoch kein Aparto leisten können. Was derzeit in den Shotengais boomt, sind Fahrradgeschäfte, weil viele aufs Auto verzichten müssen.

Wer japan nur als tourist kennt....

wird diesen zerfall nicht so richtig mitbekommen haben.
Wer aber so wie ich das glueck hatte auch in japan arbeiten zu koennen dem tat diese wahre reportage bis ins tiefste seine herzens weh. Haette nicht gedacht dass ich alter depp noch einmal geruehrt werden koennte.
DOMO ARIGATOU GOIZAMASU

Wunderschön geschrieben!

Grün - sehr lesenswert!

Ich will endlich eine Bewertungsmöglichkeit auch für Artikel ;)

Da ist soviel Österreichisches beschrieben...

Wo sehen Sie da bitte Österreichisches beschrieben?

Schönes Stimmungsbild

Ist jedem der es mal nach Japan "schafft" zu empfehlen sich auch ein paar Tage etwas abseits von den Highlights zu bewegen. Empfiehlt sich eigentlich für jedes Land. Erinnere mich noch an meinen Spaziergang durch Chofu, der ganze Ort wurde mit einer Art Meditationsmusik beschallt, sehr eigenartig. Auch die durchzechten Nächte im Sportbeisl in einem Vorort Kyotos, die unglaublich herzliche Aufnahme sowie die rührende Verabschiedung samt Umarmung (!!) durch das Wirtsehepaar werden mir unvergesslich bleiben.

Wollte Ihnen schon antworten, dass man für diese Stimmung des Abstrerbens nicht nach Japan fahren muss!

Dann habe ich gesehen, dass KhalilG und andere das schon getan haben.

Wennn ich nun noch Neunkirchen hinzufüge, macht das die Liste immer noch nicht vollständig. Allerdings ist Neunkirchen ein besonders idiotisches Beispiel. Da hat man zur Einkaufszon südlich der Stadt jetzt eine im Norden hinzugefügt. Das, was im Zentrum noch dahinvegetiert, wird jetzt vermutlich mit einer neuen "Verkehrslösung" endgültig umgebracht.

Man nehme statt Tsuyama Bruck an der Leitha.
Kürzlich bin ich nach Jahren dort im Zentrum gewesen, das Bild welches Milena beschreibt könnt auch da hinpassen!

Re: man nehme ...

Friesach in Kärnten ...
Einfach schade,
und traurig ....

Waidhofen an der Thaya, Heidenreichstein, Schrems

Wie in vielen dieser Orte bringen immer gleich hässliche gesichtslose Einkaufsflächen (Zentren wäre sinnverkehrend) mit Riesenparkplätzen an der Peripherie den Ortskern um...

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