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Minke-Wal aus der Dose: Die IWC rät vom Verzehr ab.
Panama-Stadt - Der kommerzielle Walfang bleibt weiterhin weltweit verboten. Die Walfangnationen sind bei der 64. Jahresfachtagung mit dem Versuch gescheitert, das seit 1989 geltende Walfangmoratorium aufzuweichen. Dänemark wurde der Fang von mehr Walen untersagt, Japan verzichtete vorerst darauf, den Küstenwalfang zu beantragen. Und die Internationale Walfangkommission (IWC) nahm eine deutsche Initiative an, die vor dem Verzehr von Walfleisch warnt. Dagegen erreichten die Walfänger zur Enttäuschung der Länder Südamerikas, dass es vorerst keine Walschutzzone im Südatlantik gibt.
Der deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom Ministerium für Verbraucherschutz zog am Freitag eine optimistische Bilanz. "Die IWC hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Dänemark habe für den Versuch, die Walfangquote um einen einzigen Buckelwal zu erhöhen, eine teure Quittung bekommen: Das Land darf ab dem kommenden Jahr keine Wale mehr jagen, wenn es in der IWC bleiben will.
Die Gegner Dänemarks waren vor allem darüber entzürnt, dass in Grönland für die Selbstversorgung der Inuit bestimmtes Walfleisch in Supermärkten landet und in Restaurants an Touristen verkauft wird.
Warnung vor Verzehr
Kurz nachdem Südkorea, wo die Zahl von Restaurants mit Walfleisch-Menüs stark steigt, seinen Wiedereinstieg in den "wissenschaftlichen" Walfang angekündigt hat, warnt die IWC vor dem Verzehr von Walfleisch. Es sei mit Schadstoffen belastet und stelle deshalb eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, heißt es in einer von Deutschland eingebrachten Resolution der 64. IWC-Jahrestagung in Panama-Stadt, die am Donnerstag einstimmig verabschiedet wurde.
"Wichtig ist, dass die Konsumenten in den Walfangländern über die Risiken aufgeklärt werden," sagte der deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom deutschen Ministerium für Verbraucherschutz. "Das gilt vor allem für Schwangere, Kinder und ältere Menschen."
Hoffnung auf sinkende Nachfrage
Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife begrüßten den Schritt. "Die Resolution hilft, die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch zu senken - und davon profitieren Mensch und Tier", sagte Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife. Bereits vor zwei Jahren hatte die Organisation zusammen mit der Schweizer OceanCare den Bericht "Toxic Menu" veröffentlicht, in dem die zum Teil gravierenden Belastungen im Fleisch der Wale nachgewiesen werden.
Nach Ansicht Altherrs sollte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Frage annehmen. "Tier- und Artenschutzargumente haben die Walfangländer bisher nicht von ihrer Jagd abgehalten", betonte die Wissenschafterin. "Aber den Warnungen der Mediziner können sich die Regierungen in den Walfangländern nicht länger verschließen" - hofft sie zumindest.
Entrüstung rief die Absicht Südkoreas hervor, den Walfang wieder aufnehmen zu wollen. Australien und Neuseeland protestierten ebenso wie Umweltschutzorganisationen scharf. "Der Vorstoß Koreas kam nicht völlig überraschend. Seit Jahren beobachten wir, dass die Beifangraten in Südkorea extrem hoch sind - und wir wissen, dass die Walfanglobby in Südkorea nicht untätig ist", sagte Altherr.
Dänemark verlor bei der Abstimmung über eine Erhöhung der Fangquote vor allem, weil sich die EU-Staaten im letzten Moment einigten und den Vorstoß Dänemarks dann geschlossen ablehnten. Nach Angaben aus Delegationskreisen hat Dänemark seine alte Quote nur noch für dieses Jahr. Das zu Dänemark gehörende Grönland wollte neun Finnwale und einen Buckelwal pro Jahr mehr fangen als bisher. Aktuell fängt Grönland 190 Zwerg-, zehn Finn-, neun Buckel- und zwei Grönlandwale.
Am Freitag stand zunächst noch die Forderung Japans auf dem Tagungsprogramm, an seinen Küsten einen "kleinen Walfang" zuzulassen. Dieser Antrag wurde zurückgezogen, ebenso wie die Initiative Monacos, Kleinwale zu schützen. Der Schutz dieser Tiere wie Delfine und Grindwale ist bisher überhaupt noch nicht geregelt. (APA/red, derStandard.at, 6. 7. 2012)
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Industrieller Walfang wird nur aus Profitgier betrieben, obwohl der regelmässige Verzehr von Walfleisch die Gesundheit gefährden kann. Vor allem werdende Mütter (z.B. auf den Dänischen Färöer Inseln) werden vom häufigen Genuss von toxischem Walfleisch gewarnt! Alleine dies sollte Grund genug zu sein, den industriellen Walfang endgültig einzustellen. Was macht es für einen Sinn, eine bedrohte Tierart zu bejagen, wenn der Verzehr dieses Fleisches zudem noch gesundheitsgefährdend sein kann?"
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