Urlaub: Sich erholen, um zu arbeiten

  • Erholung muss auch erst gelingen.
    foto: apa//ronald wittek

    Erholung muss auch erst gelingen.

Vielleicht sollte man sich weigern, sich zu erholen

Erhole dich! - Ein oft gesagter Wunsch zur Abreise in den Urlaub. Freundlich und immer gut gemeint von den Kollegen. Vielleicht sollte man sich trotzdem weigern, sich zu erholen. Denn wofür erholen wir uns eigentlich? Für die Arbeit. Die Erholungszeit Urlaub hat einen ausdrücklichen Zweck: die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, der Bürofitness. Das klingt ein bisschen nach Marx, stark nach einem Herrscherkult des Arbeitslebens über die sogenannte Freizeit, vor allem über die "Haupterholungszeit" Sommer für die Lohnabhängigen.

Das Projekt Erholung muss dann auch gelingen - zeitliche und inhaltliche Vorgaben sind ja eindeutig. Der Spielraum ist nicht groß, die Arena der Jobperformance wartet schon auf die nächsten Runden.

Was für eine Vorgabe: Ich muss mich erholen. Mit Work-Life-Balance hat das wenig zu tun. Muße - also zwecklos, dafür aber sinnvoll verbrachte Zeit - geht sich da wirklich nicht aus. Schade um diese große Kraftquelle. (Karin Bauer, DER STANDARD, 7./8.7.2012)

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