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In Österreich spielt nur eine Handvoll Männer in der Superliga.
Die Vermögen der Reichen steigen weltweit immer schneller. Und ähnlich auch die Einkommen der Top-Vorstände in den Großkonzernen in Europa und den USA. Die Aufsichtsorgane auf beiden Kontinenten genehmigen ihren operativen Führern Überdurchschnittliches, geben bei der Gage ordentlich drauf und: Die zunehmende Transparenz der Vorstandseinkommen in Europa hat eines gebracht - nämlich Zug nach oben in Richtung USA. Das sind die Ergebnisse von Pedersen & Partners, wo Gehaltsexperte Conrad Pramböck 1200 Vorständen in 200 Konzernen mit je rund 100.000 Mitarbeitern ins Einkommen geschaut hat.
1,3 Millionen Euro lautet der Durchschnittswert der einzelnen Jahreseinkommen, was einer Steigerung zum Vorjahr um 8,8 Prozent entspricht. Das war in den vergangenen fünf Jahren, als "die Krise" das Spotlight auf die "Abkassierer" warf, auch so: jährliche doppelt so hohe Gehaltssteigerungen wie die Mitarbeiter. Das scheine auch so weiterzugehen, sagt Pramböck. Angemerkt: Angestellte, denen es gutging, hatten jährlich 3,5 Prozent nominelles Plus. Geschäftsführer kommen rechnerisch auf je fünf Prozent Plus pro Jahr.
Europa im Vergleich mit USA
Interessanterweise sind Europa und die USA laut Pramböck vergleichbar - heißt es doch immer, der alte Kontinent agiere viel bescheidener als das Mutterland des Kapitalismus: nein. Die Grundgehälter von 630.000 Euro plus Bonus von durchschnittlich 683.000 Euro sind in ähnlicher Bandbreite. Lediglich die berühmten Stock-Options der Amerikaner machen den Unterschied. Am deutlichsten etwa bei Oracle-Boss Larry Ellison, der so 48 Millionen Euro zusätzlich erhielt. (Als noble Geste hatte er sein Grundgehalt auf eine Million Euro gesetzt.)
Etwa ein Drittel der US-Supermanager erhält Stock-Option-Programme von mehr als einer Millionen Euro. Heißt wieder statistisch: Gegenüber dem Durchschnittsgehalt eines Angestellten verdient der Boss (Männer überwiegen ja überdeutlich) 40 Mal so viel.
Die Superliga in Österreich
Und Österreich? Da spielt nur eine Handvoll Männer in der Superliga. Angesichts der Unternehmensgrößen stellt Pramböck allerdings die Frage, ob das "marktgerecht" sei. Die Vorstandsgagen in staatsnahen Firmen mit etwa 600.000 Jahreseinkommen kritisiert Pramböck nicht. Wohl aber stellt sich die Frage, wie ernsthaft die 2009 so groß und laut angekündigte Nachhaltigkeit bei der Vergütung umgesetzt wurde: Das Kennzahlensystem, so Pramböck, sei ihm in dieser Untersuchung nicht als ein auf Langfristigkeit ausgerichtetes erschienen. Belohnt wird offenbar in dieser Welt der börsennotierten Globalkonzerne weiter kurzfristig - nur eben viel höher als vor der Krise.
Drängt sich der Eindruck auf: Der Elite geht es gut, immer besser, die alten Räder drehen sich weiter, nur eben schneller. Die untersuchten Vorstände arbeiten in Konzernen, die bei einem Umsatz von fast 30 Mrd. Euro mehr als drei Milliarden Gewinn erwirtschafteten und seit 2008 durchschnittlich 22 Prozent Umsatzsteigerung und 18 Prozent Gewinnsteigerung ausweisen können. Dass dies mit Mitarbeiterabbau zusammenhängt, zeigt die Studie nicht, denn rechnerisch ist ein Mitarbeiterplus von 16 Prozent zu sehen. (Karin Bauer, DER STANDARD, 7./8.7.2012)
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Einmal mehr wird hier im Forum Erfolg kriminalisiert. Wer Verantwortung für 10.000 oder 100.000 Angestellte (nebst der Existenz zahlreicher Lieferanten), darf ruhig so viel verdienen wie 100 Angestellte. Daran geht die Welt nicht zugrunde.
Worüber man sich aufregen sollte sind CEOs die für das Geld nix bieten. Ein Jeff Bezos liefert Investoren jedes Jahr nachhaltige, schöne Erlöse, während er einer wachsenden Arbeiterschaft (sowohl qualifiziert als auch unqualifiziert) einen soliden Arbeitsplatz bietet: das ist 2 Mio / Jahr locker wert.
Die alte RIMM-Doppelspitze hingegen vernichtete fast 9.000 Jobs durch schlechte Entscheidungen und bekam dafür je 1,2 Mio / Jahr. Das Problem sind aber die zerstörten Jobs, nicht die 2,4 Millionen.
Welche Verantwortung???
Ich behaupte es ist noch nie vorgekommen dass ein Management eine Firma ins Abseits befoerderte und anschliessend den nun arbeitslosen Mitarbeitern gegenueber die Verantwortung uebernahm, etwa im Auszahlen ihrer vorher kassierten Boni an die nun Betroffenen.
Wie verantwortet sich ein derartiger Manager, wenn er Staatshilfen in Anspruch nehmen muss? Wie verantwortet er sich, wenn er Hunderte Angestellte auf die Straße setzt, weil er falsch entschieden hat? Wie verantwortet er sich, wenn "sein" Untrenhmen den bach runter geht und Lieferanten nicht mehr bezahlt werden und selbst Mitarbeiter kündigen müssen?
Was genau heißt "Verantwortung"? Seinen Personalmanager die richtigen Leute mittels Personalberater suchen lassen, die, wenn sie fehlen (oder auch nicht), zur Verantwortung gezogen werden? Davon ausgehen, dass der Untergebene alle Fakten korrekt bewertet hat und dann die Unterschrift drauf setzen?
Verantwortung heißt für etwas gerade stehen - mit allen Konsequenzen - auch seinem Vermögen!
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