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Karlsruhe - In Karlsruhe ist am Freitag ein Teil eines Gewandes vorgestellt worden, das der tschechische Prediger und Reformator Jan Hus getragen haben soll - das besagt zumindest die beigefügte Beschriftung. Das Textilstück wurde zufällig bei Recherchen für die Große Landesausstellung zum Konstanzer Konzil (1414-1418) entdeckt. Forscher des Badischen Landesmuseums fanden es im Depot des Musée d'Unterlinden in Colmar. Erwiesen ist nach einer speziellen Textiluntersuchung zumindest, dass der Wollstoff des Fragments aus dem Mittelalter stammt. Das Textilfragment sei als Reliquie anzusehen, die von der frühen Verehrung des Reformators zeuge, erklärten die Forscher.
Der um 1370 im böhmischen Husinec geborene Prediger Jan Hus wird bis heute als tschechischer Volksheld verehrt. Als Lehrer an der Universität Prag verband er kirchliche Reformideen mit tschechischen Nationalzielen. Er protestierte scharf gegen den Prunk und Reichtum der Amtskirche. 1411 wurde er exkommuniziert. Drei Jahre später sollte er auf dem Konstanzer Konzil seine Lehre öffentlich verteidigen. Trotz der Zusicherung freien Geleits wurde er dort festgenommen und 1415 ohne Geständnis zum Feuertod verurteilt. Bei einem Besuch in der Tschechischen Republik bat Papst Johannes Paul II. 1995 um Vergebung für diese historische Schuld der Kirche. (APA/red, derStandard.at, 6. 7. 2012)
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