Diabetes-Patienten beim Hausarzt "gut aufgehoben"

6. Juli 2012, 13:55
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Italienische Studie: Diabetiker beim Allgemeinmediziner gut betreut - Mehr Interesse an Psyche der Patienten ratsam

Wien - Patienten mit chronischen Erkrankungen - speziell mit Diabetes - sind bei Allgemeinmedizinern offenbar "gut aufgehoben". Das ergab eine Studie, die am 6. Juli beim Europäischen Hausärztekongress in Wien (WONCA Europe 2012 bis 7. Juli) präsentiert wurde. Aus der italienischen Untersuchung ging allerdings auch hervor, dass sich die Ärzte mehr für die Psyche der Betroffenen interessieren sollten.

Franco Lupano und die Co-Autoren von der lokalen Gesundheitsbehörde in Turin in Norditalien beobachteten Typ-2-Diabetes-Patienten und ihre Hausärzte ab dem Jahr 2008 über drei Jahre hinweg. Bei den Patienten wurden die wichtigen Laborparameter erhoben, die Arzt-Patienten-Gespräche wurden akustisch aufgezeichnet und schließlich von externen Experten bewertet.

Positive Auswirkungen

Insgesamt gab es detaillierte Daten von 55 Diabetikern im Alter zwischen 41 und 83 Jahren aus drei Hausarzt-Praxen. Lupano: "Die Blutzuckerspiegel sanken. Der durchschnittliche Body-Mass-Index ging von mehr als 30 (Adipositas, Anm.) auf 29 zurück." Ebenso verbesserten sich die Blutfettwerte.

Etwa gleich blieb der HbA1c-Wert als Maßzahl für die mittelfristige Blutzuckereinstellung. Er betrug aber immer weniger als sieben Prozent, was den internationalen Empfehlungen entspricht. Nur beim Blutdruck - er stieg im Durchschnitt in den drei Jahren der Beobachtungszeit systolisch von 138 mmHg auf 142 mmHg gab es keinen Erfolg.

Zufriedene Patienten

Die Patienten waren hoch zufrieden: An die 60 Prozent bezeichneten ihre Lebensqualität als gut bis sehr gut. Bei der Bewertung des Arzt-Patienten-Verhältnisses auf einer Skala von Null bis Fünf gab es jeweils für die Qualität des Gesprächs etc. Noten zwischen 3,5 und 4,5 - hohe Werte.

Lupano: "Die Typ-2-Diabetes-Patienten wurden gut behandelt. Sie hatten eine gute Lebensqualität, auch das Arzt-Patienten-Verhältnis war gut. Beim Blutdruck und beim Interesse des Arztes an den Gefühlen und der emotionalen Situation des Patienten gibt es allerdings kritische Anmerkungen.

Typ-2-Diabetiker machen einen Großteil der Patienten mit chronischen Erkrankungen bei den Allgemeinmedizinern aus. In Österreich sind davon rund elf Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 80 Jahren betroffen. (APA/red, 6.7.2012)

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