GNOME 3.6: Neue Testversion mit Active-Directory-Anbindung

Andreas Proschofsky, 8. Juli 2012, 09:15
  • Der aktuelle Stand der Umbauten beim File Manager Nautilus - mit jeder Menge Interface-Reduktion.
    vergrößern 955x701
    screenshot: andreas proschofsky

    Der aktuelle Stand der Umbauten beim File Manager Nautilus - mit jeder Menge Interface-Reduktion.

  • Der "Disk Usage Analyzer" Baobab hat eine neue Oberfläche spendiert bekommen.
    vergrößern 900x588
    screenshot: andreas proschofsky

    Der "Disk Usage Analyzer" Baobab hat eine neue Oberfläche spendiert bekommen.

Weitere Umbauten beim File Manager, Epiphany mit "Do no track", Platzsparendere Anordnung von Fenstern

Beim Linux-Desktop GNOME befindet man sich gerade mitten im aktuellen Release-Zyklus, was auch bedeutet, dass derzeit so manch größerer Umbau an der Software stattfindet. Von solchen ist auch die aktuelle Testversion für GNOME 3.6 gekennzeichnet: GNOME 3.5.3 ist nun mit gut einer Woche Verspätung erschienen.

Evolution

Die meisten Komplikationen haben dabei Änderungen am Mail-Client Evolution - und den zugrunde liegenden Bibliotheken - verursacht: Das Account-Management wurde zur Gänze neu geschrieben, damit auch die letzten Abhängigkeiten vom alten Konfigurationssystem GConf beseitigt. Ein weiterer Vorteil: All diese Informationen sind nun als rein Textdateien im gleichen Verzeichnis wie die restlichen Einstellungen zu finden, was das Erstellen von Sicherungskopien sowie manuelle Änderungen vereinfacht.

Nautilus

Beim File-Manager Nautilus gehen die Umbauten fröhlich weiter - dies obwohl die vor einigen Wochen vorgenommenen Änderungen (Entfernung der "Split View" und der "kompakten" Icon-Ansicht) mittlerweile einen veritablen "Shitstorm" ausgelöst haben. So wurden nun weitere Menüeinträge "ausgemistet", die verbliebenen Punkte in einen Menüknopf - bzw. das App-Menü der GNOME Shell - gepackt und die alte Menüzeile ganz entfernt. Auch der Sidebar wurde weiter umgestaltet, bis zur fertigen Version 3.6 steht nun wohl vor allem weiterer optischer Feinschliff auf der Agenda.

Vermischtes

Andere Neuerungen in der aktuellen Testversion: Der Fenstermanager Mutter behandelt nebeneinander angeordnete nun wie "maximierte" Fenster, was bedeutet, dass auch hier der Fensterrahmen ausgeblendet wird. Die GNOME Shell zeigt im Fullscreen-Modus nun nur mehr Benachrichtigungen von kritischer Relevanz, zudem wird die Liste der verfügbaren WLANs jetzt nach Signalstärke sortiert. Beim "Disk Usage Analyzer" wurde das User Interface vollkommen neu gestaltet.

Active Directory

Im GNOME Control Center hat man sich unter anderem dem Thema Authentifizierung gekümmert, hier können nun auch User-Accounts mit Kerberos und Active Directory verbunden werden. Der Webbrowser Epiphany wurde zum Teil auf Webkit2, eine neue Generation der Open-Source-Rendering-Engine, portiert. Zudem implementiert Epiphany nun das "Do not track"-Signal, wie es mittlerweile von einigen Browsern genutzt wird.

Download

GNOME 3.5.3 steht in Form des Source Codes der einzelnen Komponenten von der Seite des Projekts zum Download. Aufgrund der aktuellen Verzögerungen steht die nächste Testversion schon relativ bald an - und zwar am 16. Juli. Danach versammeln sich die EntwicklerInnen gegen Ende des Monats im spanische "La Coruña" zur jährlichen GUADEC-Konferenz, um über die weitere Zukunft des Projekts zu beraten. Und Ende September soll es dann mit GNOME 3.6 eine neue stabile Version der Software geben. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 08.07.12)

Link

GNOME

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2
Das ist mein Filemanager

Inklusive Split-View und mit automatischer Überprüfung der Dateien beim Kopieren und Verschieben.

http://mindbytez.com/sfm/index.html

Reduktion

Ich würde die ewige Reduktion des Interfces ja akzeptieren können, wenn sich dafür funktionell was verbesser würde.
Z.B. Anzeige zusätzlicher Daten im Icon-Modus (Platz wär ja genug dafür, ist eh fast nur mehr Hintergrund zu sehen).
Oder Kopier-Queue. Wenn man mehrere koieraktionen parallel startet friert das System praktisch ein. Oder wie wäre es mit einem vernünftigen eingebauten previewer ala "Sushi"

Sushi IST der offizielle Previewer für GNOME. Insofern was meinst du mit "vernünftig eingebaut"?

Wird Sushi automatisch mit der evolution mitinstalliert oder ein externses paket, das über evolution verwendbar ist? Wie schauts aus mit z.B. zeitgeist?

Sushi (Dateivorschau) hat nichts mit Evolution (Mail/Groupware) zu tun, sondern eher mit Nautilus (Dateimanager). Wenn du Gnome installierst ist auch Sushi dabei. Kommt aber auf deine Distribution an. Ubuntu z.B. ist bekannt, nicht immer alles von Gnome zu installieren oder mitzuliefern.

Zeitgeist ist bisher kein Teil von Gnome.

nautilus ... ohne split view ???

warum das ... gerade das war doch interessant.

>die erst vor einigen Releases eingeführte "Split View" zur Ansicht von zwei Verzeichnissen nebeneinander wieder verschwunden. Hier argumentiert man, dass dieser Anwendungsfall durch die desktopweit bestehende Möglichkeit zwei Fenster nebeneinander anzuordnen ohnehin abgedeckt würde.
artikel: http://derstandard.at/133855897... bschaltens

so ein schwachsinn

koennt mich darueber gruen und blau ergaern.... hier drueck ich F3 und hab 'n zeite(s) Pane im Fenster... in den neuern versionen soll ich nautilus 2 mal oeffnen... jedes fenster spererat nach rechts und links schieben ?
wenn ich was rueberkopieren oder verschieben wollte copy or move to other pane.... wie mach ich das jetzt ? mit der maus rueberziehen ? und seperat nor SHIFT fuer verschieben druecken.... oooohh mein goooot

kompletter schwachsinn... naja.. ich bleib weiter bei nautjilus 3.4.2

Seids auf die neuen Global Menus umsteigen bin ich vom Gnome3 nicht mehr so angetan. Besonders weil jetzt Focus Follows Mouse nicht mehr funktioniert.

Gnome mit AD-Support? Also da geht gehörig was daneben.

AD-Support sollte auf OS-Ebene implementiert werden, und nicht in einer Desktop-Umgebung.

Es wurde nur direkte Unterstützung hinzu gefügt. Implementiert ist es auf einer anderen Ebene.

Weil die Authentifizierung dann nicht Dienst-unabhängig funktionieren würde. Du kannst dich dann z.B. über GDM anmelden, aber nicht über SSH, was ja wirklich bescheuert wäre.

Weil man damit von der Desktopumgebung abhängig ist

Für AD-Zugriffe.

Gibt es eigentlich gute Alternativen zum Nautilus? Mit dieser ewigen Interface-Reduktion in Zeiten von HD-Auflösungen kann ich mich nämlich irgendwie garnicht anfreunden.

ranger

für die konsole: ranger https://github.com/hut/ranger

oh, danke, den kannte ich noch nicht :)

gnome commander

Aber nur für jene User, bei denen Optik an absolut letzter Stelle in der Prioritätenreihung kommt ;-)

Schade, dass es den FreeCommander oder SpeedCommander nicht auch für Linux gibt.

emelfm ?

mein liebling: Double Commander

Dolphin, wenn Sie nicht vor der Installation diverser KDE-Bibliotheken zurückschrecken.
Thunar kommt ziemlich ohne Abhängigkeiten aus und bedient sich ziemlich ähnlich wie Nautilus.

Ich hoffe die AD-Authentifizierung funktioniert irgendwie über PAM und ist nicht etwas Gnome-spezifisches. Alles andere wäre ein schwerer Designfehler.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.