British Airways erstellt Online-Dossiers über Passagiere

Datenschützer kritisieren die Entscheidung der Fluggesellschaft massiv

Die Fluggesellschaft British Airways geriet in Kritik von Datenschützern. Wie der London Evening Standard berichtet, hat British Airways kurz zuvor seine Pläne bekanntgegeben, Dossiers über seine Passagiere anzulegen und die Informationen dazu aus dem Internet zu generieren. 

Programm "Know Me" sammelt Fotos und Vieflieger-Infos

Das sogenannte "Know Me" Programm soll Google Images heranziehen, um Fotos von Passagieren zu finden. Das soll den Mitarbeitern die Arbeit erleichtern. So könnten sie bereits bei Ankunft von Passagieren diese beim Terminal erkennen, da die Informationen den Mitarbeitern vorab geliefert werden. Probleme, die Vielflieger bei vorigen Flügen hatten, sollen ebenfalls in den Dossiers gespeichert werden, um persönliche Entschuldigungen dem Passagier sofort entgegenzubringen. 

Kunden sollen proaktiv erreicht werden

Gegenüber dem London Evening Standard sagt Jo Boswell, Kundenanalyst bei British Airways: "Wir versuchen das Gefühl nachzuempfinden, wenn jemand in ein Restaurant geht und wiedererkannt wird." Ein weiterer Sprecher des Unternehmens meint, dass Google-Bilder zur Erkennung von Passagieren eingesetzt werden, um diese proaktiv zu erreichen. Gesetze würde man damit nicht verletzen. 

Flugticket impliziert keine Informations-Sammelfreiheit

Datenschützer sind allerdings etwas skeptischer. BigBrother Watch Sprecher Nick Pickles fragt sich zynisch, seit wann der Erwerb eines Flugtickets mit einer Erlaubnis zum Sammeln von Informationen über den Kunden einhergeht. Sollte British Airways mehr Informationen wollen, sollten sie danach fragen. Vor kurzem geriet British Airways bereits in Verruf, als TV-Promi Kim Kardashian das Unternehmen beschuldigte, unersetzliche Handtaschen aus ihren Koffern gestohlen zu haben. (iw, derStandard.at, 6.7.2012)

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