Siegfried Wolf will nicht alle Krisenländer retten

6. Juli 2012, 10:41
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Den österreichisch-russischen Manager Siegfried Wolf machen die Diskussion über die Banken­rettungen "sehr nachdenklich"

Wien - Der österreichisch-russische Manager Siegfried Wolf übt Kritik an den jüngsten Rettungsmaßnahmen, mit denen die Staaten der Eurozone die aktuelle Krise bewältigen wollen. Vor allem die Diskussionen um die Bankenrettungen machten ihn "sehr nachdenklich'". Er habe nicht das Gefühl, dass es klug sei, große Summen in Bankenrettungen zu stecken und die Bürger darüber zu vergessen. Auch bestehe "für kein Land die Verpflichtung, dass es im Euro bleiben muss und auch nicht die Verpflichtung, dass jedes Land gerettet werden muss", sagte Wolf am Freitag in der Wirtschaftssendung "Saldo" (ORF-Radio).

Wolf geht nicht in Politik

Er könne sich nicht vorstellen, dass die Österreicher und Deutschen zuschauen würden, was mit ihrem Geld zu passieren drohe, sagte Wolf, der als besonders vorsichtiger Formulierer gilt. Auf die Frage, ob es mehr Kompetenzen für zentrale EU-Institutionen geben solle und ob für Euro-Krisenländer der Zugang zu Rettungsgeldern erleichtert werden solle, meinte er: "Der richtige Schritt wäre es, sicherzustellen, dass sich die Länder an die Maastrichtkriterien halten."

Der frühere Magna-Manager, der diese Woche von seinem ehemaligen Mentor und Magna-Gründer Frank Stronach als potenziell guter Bundeskanzler bezeichnet wurde, erklärte, er werde eher nicht in die Politik einsteigen. Wolf wechselte vor zwei Jahren von Magna nach Russland in den Konzern des Multimilliardärs Oleg Deripaska. (APA, 6.7.2012)

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