Börse Frankfurt: Dax schließt im Minus

6. Juli 2012, 18:58
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US-Daten belasten - Autowerte verlieren deutlich

Frankfurt - Nach einem fulminanten Start in die Woche hat der DAX seine Gewinne am Freitag komplett eingebüßt. Belastet von schwachen US-Arbeitsmarktdaten sackte der DAX bis zum Handelsschluss um 1,92 Prozent auf 6.410,11 Punkte ab. Damit verabschiedete sich der Leitindex knapp unter seinem Stand Ende vergangener Woche.

Der MDAX verlor am Freitag 1,49 Prozent auf 10.448,74 Punkte und der TecDAX sank um 1,85 Prozent auf 756,63 Punkte. Analog zum DAX fiel auch der Euro nach den US-Daten und notierte zuletzt knapp über 1,23 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2377 (Donnerstag: 1,2426) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8080 (0,8048) Euro gekostet.

In den USA waren im Juni weniger Jobs geschaffen worden als erwartet. Zudem war es der dritte Monat in Folge mit einem Stellenplus von weniger als 100.000 Stellen. Die schwachen US-Daten sowie die aggressiven Aktionen der Notenbanken vom Vortag schürten die Konjunktursorgen, schrieb Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Damit laufe die Rally aus, welche der EU-Gipfel vor einer Woche ausgelöst habe.

Anleger favorisieren "sichere Häfen"

Daher verkauften die Anleger Aktien, den Euro und Rohstoffe und favorisierten "sichere Häfen" wie den US-Dollar oder deutsche Bundesanleihen. Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade kommentierte: "Die Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die bisherigen Maßnahmen der US-Notenbank Fed keine nachhaltige Verbesserung am Arbeitsmarkt gebracht haben." Das spiele zwar den Befürwortern weiterer geldpolitischer Maßnahmen (QE3) in die Karten, drossele aber kurzfristig die Aussichten für die US-Konjunktur.

Die Aktien der konjunktursensiblen Autobauer gehörten vor dem Wochenende zu den Verlierern. Neben einem Absatzeinbruch des französischen Herstellers PSA Peugeot Citroen belastete Händlern zufolge eine negative Branchenstudie der US-Bank Morgan Stanley. Gewinnmitnahmen nach den mehrwöchigen Kurshochs vom Vortag und die Vorsicht der Anleger nach der EZB-Zinssenkung machten den Sektortiteln zusätzlich zu schaffen. Die BMW-Titel litten außerdem unter einem rückläufigen Absatzwachstum und büßten 4,55 Prozent ein. Daimler verloren 3,31 Prozent, und für die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) ging es um 2,68 Prozent nach unten.

Die SAP-Aktien fielen mit minus 4,43 Prozent ebenfalls deutlich zurück. Händler verwiesen auf schwache Zahlen des US-Wettbewerbers Informatica Corp. Beim deutschen Softwarehersteller rechnen Analysten in diesem Zusammenhang mit einer baldigen Vorveröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal. Dann dürfte eine an den Zukauf Ariba angepasste, neue Prognose für 2012 gegeben werden.

Bei der Deutschen Bank sorgten Berichte über eine Untersuchung der der deutschen Finanzaufsicht BaFin wegen Zinsmanipulationen für Kursverluste von 4,68 Prozent. Dagegen profitierten die Papiere der Lufthansa von sinkenden Ölpreisen sowie einer positiven Studie: Sie gewannen als DAX-Spitzenwert 0,77 Prozent. Im MDax sackten die Aktien von Brenntag um knapp viereinhalb Prozent ab, nachdem der Finanzinvestor Brachem seinen restlichen Anteil an dem Chemikalienhändler verkauft hatte. (APA, 6.7.2012)

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