Beamte für Offenlegung des VW-Porsche-Deals

Deutsche Beamtengewerkschaft kritisiert Sanktus der Finanzbehörden und sieht Steuermoral torpediert

Osnabrück - Die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) fordert die Offenlegung der Verträge über die restlichen Porsche-Anteile durch Volkswagen. "Porsche und VW sollten darüber nachdenken, die Verträge bei einem Anwalt offenzulegen", sagte der DSTG-Vorsitzende Thomas Eigenthaler der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Offenbar waren hier Gestaltungsakrobaten am Werk, um dem Fiskus möglichst viel Geld zu entziehen", sagte Eigenthaler weiter.

Die Deutsche Steuer-Gewerkschaft ist die Gewerkschaft für alle Beschäftigten und Beamten der Finanzverwaltungen des Bundes und der Länder.

Bitteres Bei"geschmäckle"

Die Komplettübernahme des operativen Geschäfts durch die "Verschiebung" einer einzigen Aktie habe ein "Geschmäckle". Er kenne die Verträge zwar nicht, vermute aber, dass die beiden Unternehmen aus einem klaren Kaufgeschäft eine steuerrechtlich privilegierte Umstrukturierung gemacht hätten. "Die Finanzbehörden hätten prüfen müssen, ob VW und Porsche nicht die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten missbraucht haben, lediglich um Steuern zu sparen", sagte Eigenthaler. Der Fall von VW und Porsche torpediere die deutsche Steuermoral.

Die beiden Autokonzerne hatten am Mittwoch bekanntgegeben, bereits zum 1. August zusammenzugehen und damit wesentlich früher als erwartet. Durch die besondere Konstruktion des Geschäfts spart Volkswagen Steuern in Milliardenhöhe - den Vorwurf eines Tricks weist der Konzern aber zurück. (APA, 6.7.2012)

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