Kritische Stellungnahme zu offenem Brief der Professoren

6. Juli 2012, 07:16
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EU-Gipfel-Beschlüsse spalten die Ökonomen

Frankfurt - Die Beschlüsse des EU-Gipfels aus der vergangenen Woche haben einen heftigen Streit unter prominenten deutschsprachigen Ökonomen ausgelöst. Auf einen offenen Brief von rund 200 Wirtschaftswissenschaftlern, in dem diese vor allem den Schritt in die Bankenunion kritisiert haben, reagierten Ökonomen unterschiedlichster Denkrichtungen mit einer kritischen Stellungnahme, die dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) vorliegt.

Die Öffentlichkeit sei durch Ängste geprägt, die sich mehr aus unbestimmten Gefühlen als aus sachlichen Informationen speisten. Es könne "nicht die Aufgabe von Ökonomen sein, mit Behauptungen, fragwürdigen Argumenten und in einer von nationalen Klischees geprägten Sprache die Öffentlichkeit durch einen Aufruf weiter zu verunsichern", kritisierten die Autoren. Unter ihnen der Ex-Sachverständigenratschef Bert Rürup, der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, und der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Gustav Horn.

In ihrem öffentlichen Aufruf, der am Freitag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erscheint, verurteilen die 160 Wirtschaftsprofessoren die jüngsten EU-Beschlüsse zur Euro-Rettung, insbesondere die Bankenunion. Die Verfasser sind deutschsprachige Ökonomen um Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. (APA, 6.7.2012)

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