Freispruch im Steiner-Prozess

25. Juni 2003, 19:03
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Prozess um Anstiftung zum versuchten Mord - Staatsanwalt meldete Nichtigkeit an - früherer Firmenchef sprach von Racheakt

Wels - Mit einem Freispruch endete am Mittwochnachmittag der Prozess gegen den früheren Firmenchef Alfred Steiner wegen der versuchten Anstiftung zum Mord. Die Geschworenen kamen einstimmig zu dem Schluss, dass Alfred Steiner unschuldig sei. Der Staatsanwalt meldete sofort Nichtigkeit an.

Racheakt

Die Anklage hatte Steiner vorgeworfen, zwei Mithäftlinge zum versuchten Mord an einem früheren Mitarbeiter der Firma angestiftet zu haben. Der Beschuldigte selbst wies alle Vorwürfe zurück. Er sprach im Verlauf der Verhandlung von einem Racheakt gegen ihn.

Hintergrund des Prozesses

Hintergrund des Prozesses war ein Verfahren gegen Alfred Steiner und dessen Vater Leopold nach einem Brand in einer der Steiner-Firmen. Steiner senior und Steiner junior sollen in der Folge einen Versicherungsbetrug begangen haben, sie wurden deshalb inzwischen - nicht rechtskräftig - schuldig gesprochen. In diesem Betrugsverfahren belastete der frühere Firmenmitarbeiter seine beiden Chefs.

Nach der Anklage im aktuellen Verfahren soll Alfred Steiner daher zwei Mithäftlinge dazu angestiftet haben, diesen Ex-Mitarbeiter zur Rücknahme seiner belastenden Aussagen zu zwingen und ihn dann zu ermorden. Aus dem Vorhaben sei aber nichts geworden, aufgeflogen sei die Sache durch eine anonyme Anzeige, so die Staatsanwaltschaft.

Beim Prozess selbst belasteten die beiden Mithäftlinge den Angeklagten. Dessen Anwalt, Wolfgang Moringer, wiederum legte einen anonymen Brief vor, in dem andere Strafgefangene erklärten, die Steiner vorgeworfene angebliche Anstiftung zum versuchten Mord sei eine "Verleumdung". (APA)

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