Sri Lanka: Friedensprozess ist festgefahren

25. Juni 2003, 17:17
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Präsidentin Chandrika Kumaratunga hat vor neuen Angriffen der tamilischen Rebellen gewarnt

Colombo - Angesichts des stockenden Friedensprozesses in Sri Lanka hat Präsidentin Chandrika Kumaratunga vor neuen Angriffen der tamilischen Rebellen gewarnt. Die Separatisten planten eine unmittelbar bevorstehende Offensive auf der Halbinsel Jaffa im Norden Sri Lankas, hieß es in einer Erklärung der Präsidentin vom Mittwoch. Die Regierung sei aber weder willens noch in der Lage, darauf zu reagieren. Kumaratunga hat Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe - einem politischen Rivalen - wiederholt vorgeworfen, er mache den Rebellen zu große Zugeständnisse.

Konkrete Hinweise auf eine Offensive nannte Kumaratunga nicht. Beobachter spekulierten, dass die Warnung möglicherweise eher ein politischer Seitenhieb auf den Regierungschef sein sollte. Die Befreiungstiger von Tamil Eeelam haben sich zwar aus den Friedensgesprächen mit der Regierung zurückgezogen, aber erklärt, sie würden sich weiterhin an die vor gut einem Jahr vereinbarte Waffenruhe halten.

Internationale Vermittler bemühten sich unterdessen weiter, die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Dem seit 1983 anhaltenden Bürgerkrieg sind fast 65.000 Menschen zum Opfer gefallen. (APA/AP)

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