Leitl: "Ungeheuerliche Vorgänge"

25. Juni 2003, 17:54
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WK-Präsident Leitl rüffelt den ÖIAG-Vorstand für seine Beteiligung an der Voestalpine/Magna- Geheimaktion "Minerva" - Selbst Rücktritte der Top-Manager will Leitl nicht mehr ausschließen

Wien - Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sieht die auch vom ÖIAG-Vorstand besuchte Arbeitsgruppe über den Verkauf der voestalpine an Magna als "ungeheuerliche Vorgänge", er gehe davon aus, dass die ÖIAG "daraus Lehren zieht und Maßnahmen setzt, die garantieren, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt". Ein Rücktritt des ÖIAG-Vorstandes hält Leitl dann für angebracht, wenn eine Analyse der Verantwortlichkeiten ein entsprechendes Fehlverhalten ergibt.

"Bedauerlich"

Die unter dem Decknamen Minerva eingeleitete "Geheimaktion" sei zumindest "merkwürdig" und verstoße gegen die gerade bei großen Privatisierungsvorhaben nötigen Prinzipien von "Transparenz und Fairness", meinte Leitl bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Dass es zu einer solchen Arbeitsgruppe überhaupt habe kommen können sei bedauerlich, für den Eigentümer spreche aber immerhin, "dass er (durch die Präzisierung des Privatisierungsauftrages, Anm.) rasch reagiert hat", sagte Leitl.

Für die Zukunft müssten "Ziele offengelegt" und "sauberes Procedere" sichergestellt werden. Im Fall von konkreten Unvereinbarenkeiten auf Aufsichtsratsebene müssten auch dort "Konsequenzen gezogen werden", meinte der Wirtschaftskammerchef.

Dubioses Projekt

Das Projekt Minerva (hergeleitet aus "M..." für Magna und "...va" für voestalpine), das der ÖIAG-Vorstand für einen Verkauf des Stahlkonzerns voestalpine an den Magna-Konzern von Frank Stronach ausbrüten sollte, sorgt seit Montag für Aufregung. An dem Papier mit Codenamen "Minerva" sollen auch zwei kanadische Magna-Manager und die Investmentbank JP Morgan mitarbeiten.(APA)

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    WK-Präsident Christoph Leitl zürnt den ÖIAG-Topmanagern.

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