Voestalpine weiter auf "Neutral"

25. Juni 2003, 12:41
posten

RCB: Anhaltende Übernahmespekulationen könnten Kurs treiben - Stahlkocher-Aktien dennoch fair bewertet - Gewinnprognosen angepasst

Wien - "Wir erwarten, dass sich zumindest kurzfristig das Übernahmefieber abkühlt", schreibt Analyst Alfred Steininger von der Raiffeisen Centrobank (RCB) in einer aktuellen Studie zur Aktie des oberösterreichischen Stahlkonzerns voestalpine, schließt aber nicht aus, dass anhaltende Übernahmespekulationen den Kurs weiter treiben könnten. Dennoch hält er an der Einstufung "Neutral" fest.

Angesichts des laufenden Investitionsprogramms "Linz 2010" wurden die Prognosen revidiert. Im laufenden Geschäftsjahr seien 3,17 Euro Gewinn je Aktie (nach bisher 2,71 Euro) möglich, im Folgejahr hingegen lediglich 1,90 Euro nach 2,27 Euro. Im Geschäftsjahr 2005/06 rechnet Steininger mit einem Gewinn je Anteilsschein von 3,09 Euro. Ein Kursziel will das Institut aber nicht abgeben. "Die Aktie ist fair bewertet", heißt es in der Analyse, wenngleich mit einer von Fundamentaldaten abgekoppelten Kursentwicklung gerechnet wird.

Im Zyklushoch sei sogar ein Kurs von 40 Euro möglich, der starke Euro und davon abhängige Stahlpreise würden jedoch bremsend wirken, so der Aktienexperte. Durch den deutlichen Kursanstieg in den vergangenen Wochen wurde der historische Bewertungsabschlag im Vergleich zu den Mitbewerbern abgebaut und teilweise sogar eine deutliche Prämie angesammelt.

Ein Totalverkauf der ÖIAG-Anteile mit einer anschließenden Zerschlagung würde gleichzeitig das Ende des Investitions- und Akquisitionsprogramms und der strategischen Ausrichtung des Stahlkochers bedeuten, beleuchtet Steininger mögliche Folgen einer Filetierung des Unternehmens, die inzwischen bereits vom Ministerrat abgelehnt wurde. Zudem sei fraglich, ob die Einzelteile der voestalpine derzeit mehr wert wären, als die Summe des Ganzen, da die hohe Integration des Stahlstandortes Linz mit angeschlossenen Weiterverarbeitungskapazitäten den Gutteil der hohen Profitabilität im Vergleich zur Konkurrenz ausmachen. Verschärfend komme hinzu, dass beim Verkauf der Bahnsysteme und des "Profitabilitätskaisers" Profilform kartellrechtliche Probleme entstehen könnten.

Im Zuge der Hauptversammlung am 1. Juli steht auch die Genehmigung für einen Aktienrückkauf bis zu maximal 10 Prozent des Grundkapitals auf dem Programm. Dadurch könnte die voestalpine durch den Kauf von mindestens 5 Prozent der Aktien und deren Syndizierung mit den Anteilen der oberösterreichischen Aktionäre ihre rechtliche Unabhängigkeit bewahren, so der Aktienexperte. An der Börse werde der Kauf mit rund 68 Mio. Euro bewertet. (APA)

Link

Share if you care.