Zwei Palästinenser im Gaza-Streifen erschossen

25. Juni 2003, 13:32
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US-Sondervermittler Wolf trifft Abbas

Gaza - Israelische Besatzungssoldaten haben am Mittwoch im nördlichen Gaza-Streifen zwei Palästinenser getötet. Nach palästinensischen Augenzeugenberichten wurden die Männer bei einem Feuergefecht mit den Truppen erschossen. Dies meldete auch der israelische Armeesender. Aus palästinensischen Sicherheitskreisen hieß es allerdings, die Armee habe die Ortschaft Beit Hanun mit Artilleriefeuer belegt. Die getöteten Männer seien unbewaffnete Bauern gewesen.

Die radikale Palästinenserorganisation Hamas spricht indessen davon, dass die beiden getöteten Palästinenser Mitglieder der Hamas gewesen sein sollen. Die Hamas-Kämpfer seien während eines Angriffs auf einen israelischen Armeeposten in Beit Hanun im Norden des Gaza-Streifens getötet worden, erklärte die für zahlreiche Anschläge auf Israelis verantwortliche Gruppe. Der Angriff sei eine Vergeltung für die Tötung des Hamas-Anführers Abdullah Kawasme gewesen. Israelische Soldaten hatten den 43-Jährigen am Samstag in Hebron erschossen.

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas hat sich bislang vergeblich darum bemüht, die Hamas zur Einstellung ihres Kampfes gegen Israel zu bewegen. Die Organisation kämpft für die Zerstörung Israels und hat bei Anschlägen Dutzende Israelis getötet. Seit dem Nahost-Friedensgipfel von Akaba Anfang Juni hat es eine Reihe von palästinensischen Anschlägen gegen Israelis und Angriffe der israelischen Armee gegen führende Mitglieder radikaler Palästinensergruppen gegeben. Die Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplans ist dadurch gefährdet. Er sieht ein sofortiges Ende der Gewalt und die Gründung eines Palästinenserstaates bis 2005 vor.

Im Süden des Gaza-Streifens zerstörten israelische Soldaten am Morgen ein Haus. Der Friedens-Fahrplan (Roadmap) für den Nahen Osten verpflichtet Israel, die kollektiven Strafmaßnahmen einzustellen, zu denen die Häuserdemolierungen gehören. Das Vorgehen verstößt massiv gegen die Vierte Genfer Konvention über die Behandlung der Zivilbevölkerung in besetzten Gebieten.

In Gaza traf unterdessen der US-Sondervermittler John Wolf mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas (Abu Mazen) zusammen. Bei dem Gespräch geht es um eine Eindämmung der Gewalt in der Region und die Umsetzung des Fahrplans. (red/APA/dpa)

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