Weißes Haus setzte Beamte unter Druck

25. Juni 2003, 11:13
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Berichte über irakische Waffen sollten der Regierungslinie angepasst werden

Washington - Das Weiße Haus soll im Vorfeld des Irak-Kriegs mit Druck auf Experten des US-Außenministeriums versucht haben, Geheimdienstinformationen über das irakische Waffenarsenal auf Regierungslinie zu bringen. Der Bio- und Chemiewaffenexperte Christian Westermann habe in einer vertraulichen Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses ausgesagt, er habe sich von der Regierung unter Druck gesetzt gefühlt, berichtete die "New York Times" in ihrer Mittwochsausgabe unter Berufung auf Kongresskreise.

Seine Expertenberichte hätten der Position der Regierung angepasst werden sollen. Demnach betonte der Waffenexperte in der Anhörung, dass er seine Analysen über irakische Waffen nicht abgeändert habe.

Westermann wollte die Informationen nach Angaben der Zeitung selbst nicht kommentieren. Der Ausschuss des Repräsentantenhauses untersucht den Umgang der US-Regierung mit Geheimdienstinformationen über irakische Massenvernichtungswaffen und die Unterstützung Iraks für den Terrorismus. Angeblich einsatzbereite ABC-Waffen waren der Öffentlichkeit als Hauptgrund für den Feldzug gegen Irak genannt worden. (APA)

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