"Der Hauptgrund, keinen Power Mac zu kaufen, war die miserable Geschwindigkeit"

25. Juni 2003, 12:03
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... sagt Analyst von Needham & Co. - "Schnellster PC der Welt" soll Apples Kerngeschäft retten

Für innovative Produkte heimste Apple in den vergangenen Jahren immer wieder Bewunderung und Ruhm ein. Tester verliehen dem Designcomputer "iMac" gute Noten, lobten den tragbaren Musikplayer "iPod", priesen das leistungsstarke Apple- Betriebssystem Mac OS X.

Nackte Zahlen

Und der jüngste Coup aus Cupertino, der Online-Musikladen "iTunes", der in acht Wochen über 5 Millionen Musikstücke verkaufte, krempelte die gesamte Online-Musikindustrie um. Doch der Blick auf die nackten Zahlen im Kerngeschäft von Apple ernüchtert auch die größten Fans des kalifornischen Computerkonzerns.

Marktanteil in den vergangen Jahren ständig gesunken

Der Marktanteil von Apple im PC-Markt ist in den vergangenen Jahren ständig gesunken. In den USA, international ein vergleichsweise starker Apple-Markt, erzielten die Macintosh-Rechner im vergangenen Jahr gerade noch mal 3,4 Prozent - Mitte der 90er Jahre lag die Quote noch doppelt so hoch. Mit dem neuen Hochleistungs-PC Power Mac G5 will Apple-Chef Steve Jobs diesen Abwärtstrend nun stoppen. "Wir präsentieren heute den schnellsten Personal Computer der Welt", sagte der Apple-CEO am Montag in San Francisco zum Auftakt der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC.

"Miserable Geschwindigkeit"

Zuletzt war gerade das Profi-Segment von Apple für Grafiker und andere Kreative in die Kritik geraten, da der G4-Chip von Motorola nicht mit den Leistungsschüben Schritt halten konnten, die Intel und AMD im PC-Markt präsentierten. "Der Hauptgrund, keinen Power Mac zu kaufen, war die miserable Geschwindigkeit", sagte Charlie Wolf, Analyst von Needham & Co., die Apple-Aktien halten. "Dieser Grund ist nun verschwunden."

Börse reagiert

Mit dem neuen IBM -Chip PowerPC 970, bei Apple "G5" genannt, holt Apple mit einem Sprung von 600 Megahertz auf zwei Gigahertz nicht nur bei den Taktfrequenzen gegenüber Intel und AMD auf. Mit dem Umstieg auf eine 64-Bit-Architektur will Apple Leistungen erreichen, die in der Welt von Intel, AMD und Microsoft erst in einigen Jahren erzielt werden können.

Die Aussicht auf eine Kooperation zwischen Apple und IBM und den Einsatz des "G5"-Chips in den neuen Power Macs hatte in den vergangenen Tagen den Kurs der Apple-Aktie auf über 19 Dollar getrieben - im April lag das Papier noch bei 13 Dollar. Doch auch hier hat Apple eine Menge aufzuholen: Im Frühjahr 2000 notierte die Apple-Aktie bei rund 70 Dollar. (APA/dpa)

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    Apple-Chef Jobs bei der Vorstellung der neuen Power-Macs

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