Südkorea zahlte Nordkorea 100 Millionen Dollar für Gipfeltreffen

25. Juni 2003, 09:53
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Ex-Präsident Kim Dae Jung bloß gestellt - Hyundai-Konzern finanzierte historisches Treffen

Seoul - Südkorea hat unter dem früheren Staatspräsidenten Kim Dae Jung heimlich 100 Millionen Dollar an Nordkorea für die Zusage zum ersten Nord-Süd-Gipfeltreffen vor drei Jahren gezahlt. Das sagte der Sonderermittler Song Doo Hwan am Mittwoch zum Abschluss einer 70 Tage dauernden Untersuchung, bei der es um einen Skandal um verdeckte Geldtransfers nach Pjöngjang durch den südkoreanischen Hyundai-Konzern ging. Die 100 Millionen Dollar, die die Regierung über Hyundai gesandt habe, seien der "politische Preis" für den Gipfel im Juni 2000 gewesen, der Kim Dae Jung den Friedensnobelpreis einbrachte.

Insgesamt seien vor dem historischen Treffen 450 Millionen Dollar nach Pjöngjang geflossen, sagte Song. Das Geld von Hyundai diente laut Song den Investitionen des Unternehmens in Nordkorea. Südkoreanische Oppositionsabgeordnete hatten die damalige Regierung beschuldigt, sich Nordkoreas Teilnahme am Gipfel erkauft zu haben.

Kim Dae Jungs Nachfolger Roh Moo Hyun hatte am Montag den Antrag des Sonderermittlers abgelehnt, die Frist für die Untersuchung von Korruptionsvorwürfen zu verlängern. Song Doo Hwan hatte erklärt, er benötige mehr Zeit für seine Untersuchungen. (APA/dpa)

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    Die 100 Millionen Dollar-Umarmung: Kim Dae Jung mit Nordkoreas Kim Jong-il beim ersten Korea-Gipfel im Jahr 2000

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