Argentinien: Ex-General wegen judenfeindlicher Äußerungen verurteilt

25. Juni 2003, 09:38
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Suarez Mason soll außerdem Kinder verschleppter Diktaturopfer zur Adoption durch Militärfamilien freigegeben haben

Buenos Aires - Der argentinische Ex-General Carlos Guillermo Suarez Mason ist wegen judenfeindlicher Äußerungen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Suarez Mason (78), der auch zahlreicher Menschenrechtsverletzungen unter der Militärdiktatur (1976-1983) bezichtigt wird, habe Verbrechen verherrlicht und sich in diskriminierender Form über Juden geäußert, befand ein Richter am Dienstag (Ortszeit) in Buenos Aires. Dies sei ein Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz.

Suarez Mason hatte 1996 in einem Zeitungsartikel vor Juden gewarnt, gegen die man sich "vorsorglich schützen" müsse. Außerdem hatte er gefordert, die Folterung zehntausender Menschen während der Diktatur nachträglich zu legalisieren, so wie das auch Israel getan habe. "Das haben nicht einmal Hitler und wir gewagt", hatte der einst gefürchtete General hinzugefügt.

Vor Gericht bezeichnete er die seit Generationen in Argentinien lebenden Juden zudem als "Ausländer". Unter den bis zu 30.000 Todesopfern der Diktatur waren überdurchschnittlich viele Juden. Suarez Mason befindet sich bereits formal in Untersuchungshaft wegen des Vorwurfs, Kinder verschleppter Diktaturopfer mit falscher Identität zur Adoption durch Militärfamilien freigegeben zu haben. Wegen seines Alters wurde nur Hausarrest verhängt. (APA/dpa)

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