Y-Chromosom verweigert sich Gen-Partnerin

24. Juni 2003, 23:49
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Das Y-Chromosom, das den Mann letztlich zum Mann macht, ist entschlüsselt

London - Das Y-Chromosom, das den Mann letztlich zum Mann macht, ist entschlüsselt, berichtete das Fachblatt Nature. US-ForscherInnen entdeckten bei ihrer Analyse, dass 95 Prozent des Geschlechtschromosoms vom Rest des Erbguts isoliert sind. In dieser Region sitzen 78 Gene, die Proteine bilden. Einige dieser Eiweiße werden überall im Körper des Mannes produziert, andere ausschließlich in den Hoden.

Entwicklung aus Nichtgeschlechtshormonen

Das X- und das Y-Chromosom entwickelten sich im Verlauf der Evolution aus normalen Nichtgeschlechtschromosomen. Genau wie diese tauschten sie bei der Bildung von Ei- oder Spermienzellen zunächst als "Partnerchromosomen" ihre genetischen Informationen untereinander aus. Vor etwa 300 Millionen Jahren jedoch wollte das Y-Chromosom nicht mehr. Als Folge dieser Verweigerung bestand die Gefahr, dass Mutationen in einem Gen nicht mehr durch ein gesundes Partner-Gen korrigiert werden können: Die Gene würden dann ihre Funktion verlieren.

Um sich davor zu schützen, tauscht sich das Y-Chromosom in bestimmten Bereichen permanent quasi mit sich selbst aus. Es kann so die Gene funktionsfähig erhalten. (dpa, DER STANDARD, Print, 25.6.2003)

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Nature

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