Europa verstärkt Anstrengungen in der Raumfahrt

25. Juni 2003, 10:55
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Viermonatige Konsultationen zur Weltraumpolitik abgeschlossen

Paris - Europa will seine Anstrengungen im Weltraum verstärken und damit auch mittelfristig eine führende Rolle in der Raumfahrt einnehmen. Zum Abschluss viermonatiger Konsultationen plädierte der Brüsseler Forschungskommissar Philippe Busquin am Dienstag in Paris für eine "pragmatische Zusammenarbeit" zwischen der EU und der europäischen Weltraumagentur ESA.

Busquin und ESA-Generaldirektor Antonio Rodota forderten eine wesentliche Steigerung des europäischen Weltraumbudgets. Die Aufwendungen von privatem und öffentlichem Sektor sollten bis 2009 auf zwölf Milliarden Euro verdoppelt werden.

Kommission legt Weißbuch zur Weltraumpolitik vor

Die Europäische Kommission will im Oktober ihr Weißbuch zur Weltraumpolitik vorlegen. Bereits im Jänner hatte Brüssel in diesem Bereich ein Grünbuch als Strategiepapier vorgelegt. Seither wurden die Vorschläge auf internationalen Experten-Treffen und in öffentlichen Foren diskutiert. Unter den 400 Teilnehmern der zweitägigen Pariser Abschlusskonferenz waren auch die Forschungsministerinnen Frankreichs, Claudie Haignere, und Italiens, Letizia Moratti.

Institutionelle Basis

Moratti begrüßte das Ergebnis der Konsultationen. Die Weltraumpolitik müsse nun in die Agenda der Europapolitik mit aufgenommen werden, sagte sie. Haigneré erklärte, die zeitgleiche Arbeit des Europäischen Konvents eröffne die Möglichkeit, der EU eine Zuständigkeit für die Raumfahrt zuzugestehen. Busquin fügte hinzu, unabhängig von der Form sei es grundlegend, dass die Raumfahrt in Europas Verfassung aufgenommen werde.

Die Weltraumforschung brauche eine starke "institutionelle Basis" und eine "langfristige Perspektive". Schätzungen zufolge könnte der Anteil der Raumfahrtindustrie am europäischen Bruttoinlandsprodukt bis 2010 etwa zehn Prozent betragen. (APA/AFP)

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