Haider wieder zwischen hier und weg

25. Juni 2003, 14:42
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Kärntner Landeshauptmann zu Gerüchten über Haupt-Ablöse am Samstag: "Absoluter Humbug", aber: "Basis will mein Comeback"

Maria Wörth - Als "absoluten Humbug" bezeichnete am Mittwoch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider die Gerüchte, er wolle bereits am kommenden Samstag Vizekanzler Herbert Haupt als FPÖ-Chef ablösen. "Ich habe die entsprechenden Tatarenmeldungen mit Belustigung zur Kenntnis genommen."

Wenn eine Übernahme des Parteivorsitzes geplant sei, dann "kann das nur über Willen des Parteiobmannes passieren, das müssen Sie ihn fragen", wies Haider die Gerüchte zurück. Er selbst werde bei den Besprechungen in der Steiermark, wo er angeblich Haupt ablösen solle, gar nicht dabei sein.

"Ich bin am Samstag definitiv nicht in Deutschlandsberg", präzisierte Haider auf. Dort findet eine Klausurtagung der Freiheitlichen statt.

Haider im "News": "Basis will mein Comeback"

In einem Interview für die am Donnerstag erscheinende Info-Illustrierte "News" kündigt Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider an, schon bald wieder die FPÖ zu übernehmen. Haider: Das ist der Wunsch der Parteibasis und der Landesobleute." Haider wolle aber "keinen Druck auf Haupt" ausüben: "Wir haben uns in dieser Frage bereits auf einen Weg geeinigt. Der Vizekanzler definiert die nächsten Schritte."

Tatsächlich bekommt Haider Unterstützung von einer breiten Phalanx von FPÖ-Funktionären. Salzburgs Karl Schnell fordert: "Wir brauchen schnell einen Parteitag, bei dem Haider im Einvernehmen mit Haupt Parteichef wird." Ähnlich der Steirer Harald Fischl: "Haiders Rückkehr sollte besser heute als morgen stattfinden. Bei einem Parteitag muss das passieren." Und auch der Wiener Heinz Christian Strache "wünscht sich Haider zurück" und spricht sich für eine "Funktionstrennung Obmann - Vizekanzler" aus.

Wortmeldungen aus der ÖVP, die sich gegen einen Wechsel an der FPÖ-Spitze aussprechen kommentiert Haider: "Das ist der falsche Weg und erzeugt in der FPÖ genau das Gegenteil dessen, was sie wollen. Die Art, sich bei uns einmischen zu wollen, wird sich bei uns niemand gefallen lassen."

Die ÖVP müsse, so Haider, "mit einer FPÖ rechnen, die nicht mehr zu allem ja und amen sagt".

Vermutungen, dass es am kommenden Samstag bei einer FPÖ-Vorstandssitzung in der Steiermark zu einem Wechsel an der Parteispitze von Herbert Haupt zu Jörg Haider kommen könnte, wiesen zuvor auch der Pressesprecher von Herbert Haupt, FPÖ-Generalsekretärin Magda Bleckmann und Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner zurück. (APA/red)

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