Pensionskassen mussten 2002 Federn lassen

24. Juni 2003, 19:30
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Veranlagungsergebnis: Minus 6,2 Prozent

Wien - Österreichs 13 betriebliche und sieben überbetriebliche Pensionskassen haben 2002 mit ihrem durchschnittlichen Veranlagungsergebnis von minus 6,3 Prozent nach eigenem Dafürhalten noch relativ gut abgeschnitten. Vergleichbare Pensionskassen bzw. Pension Funds der meisten anderen europäischen Länder hätten ein Minus von bis zu 20 Prozent verzeichnet, sagte der Obmann des Fachverbandes der österreichischen Pensionskassen, Dietmar Neyer am Dienstag.

2003 rechnet Neyer mit einem "Normaljahr" ohne weitere Zusatzpensionskürzungen für 2004. Damit seien die heimischen Pensionskassen noch immer deutlich besser gelegen als das Ergebnis von Aktienfonds oder von Pensionskassen anderer Länder. So hätten etwa die Kassen in Irland wegen ihrer stärker Aktien lastigen Veranlagung im Vorjahr ein Minus von 19 Prozent eingefahren.

Italien etwas besser

Einzig Italien, das ein nicht ganz vergleichbares System habe, sei mit minus 3,1 Prozent etwas besser gewesen. Neyer sieht dies als Beweis dafür, dass die österreichischen Pensionskassen auch in Zeiten der turbulenten Kapitalmärkte "verantwortungsvoll mit dem Kapital umgegangen sind und nicht spekuliert haben". Er verwies auch darauf hin, dass die durchschnittliche Performance in den ersten 13 Jahren durchschnittlich sieben Prozent betragen habe.

Nach einem schweren Start zu Jahresbeginn habe das Veranlagungsergebnis der 110 Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG), in denen die Pensionskassen ihr Vermögen veranlagen, per Ende Mai 2,5 Prozent betragen. Bis Mitte Mai seien es drei bis fünf Prozent geworden.

2003 sind von den Pensionskürzungen 17.600 der rund 37.000 Anspruchsberechtigten mit durchschnittlich acht Prozent betroffen gewesen. Die Höhe einer durchschnittlichen betrieblichen Zusatzpension beträgt derzeit gut 500 Euro im Monat. (DER STANDARD Printausgabe, 25.6.2003, APA)

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