Austro-Oligarchen - von RAU

24. Juni 2003, 19:16
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Bundeskanzler Schüssel hätte "selbstverständlich" nichts dagegen, sich auch von der Wirtschaftskammer Österreich eine Homepage sponsern zu lassen: "Die Kammer hat uns schon etliche Aktionen gesponsert." Das ist eine unscharfe Antwort auf eine klare Frage (im Magazin trend). Hat die Kammer die persönliche Selbstverwirklichung Schüssels als Politiker gesponsert oder allgemeinere Informationen, etwa über den Wirtschaftsstandort Österreich? Schüssel tut so, als würde er die Unvereinbarkeit nicht begreifen: Ein Finanzminister, der seine persönliche Bejubelung von einem Interessenverband bezahlen lässt, der direkt von den Entscheidungen des Ministers abhängt, ist ein Skandal - außer man lebt in der Republik Schlawinerland. Des Weiteren sind Industrielle als ÖIAG-Aufsichtsräte, die sich aussuchen dürfen, welches Privatisierungsschnäppchen sie sich holen, ein Phänomen, das man eher im Russland der "Oligarchen" ansiedeln würde. Aber der Kanzler hat die ÖIAG von Anfang der Koalition an dem erweiterten Freundeskreis Prinzhorn/Grasser/Heinzel/Stronach usw. überlassen und muss sich jetzt fragen, ob das nicht eine wirtschaftspolitische Pflichtvernachlässigung war. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2003)
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