DENIC begrenzt Zugriff auf Datenbank mit deutschen Web-Adressen

24. Juni 2003, 17:05
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Derzeit 6000 bis 7000 Anfragen pro Minute

Die für die Registrierung deutscher Web-Adressen zuständige DENIC eG will Zugriffe auf ihre Datenbank über das Internet in Zukunft begrenzen. Aus Kostengründen soll das System ab 1. Juli in einem bestimmten Zeitintervall nur noch eine festgelegte Anzahl so genannter whois-Abfragen zulassen, mit denen Internetnutzer feststellen können, ob eine Adresse bereits vergeben ist.

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Die Denic verwaltet bundesweit alle Web-Adressen - auch Domains genannt - mit der deutschen Länderkennung ".de". Getragen wird die Genossenschaft mit Sitz in Frankfurt am Main von Internet-Serviceprovidern, die ihren Kunden Zugänge zum weltweiten Computernetz zur Verfügung stellen.

Wie Klaus Herzig von der Denic am Dienstag erklärte, wird die unter www.denic.de erreichbare whois-Datenbank derzeit mit 6000 bis 7000 Anfragen pro Minute belastet, was erhebliche Kosten verursache. Dabei dienten mehr als 90 Prozent aller Anfragen nicht dazu, einmalig den Status oder Inhaber einer Domain festzustellen. Vielmehr ließen einige Nutzer spezielle Programme zum Teil mehrmals pro Sekunde im System nachfragen, ob eine bestimmte Adresse noch vergeben sei, um diese im Fall einer Löschung sofort für sich neu registrieren zu können.

Einschränkungen nur für "Intensivnutzer"

Die Denic hob hervor, dass die geplanten Einschränkungen nur für "Intensivnutzer" wirksam würden, die häufige Anfragen immer wieder über bestimmte, mit Telefonnummern vergleichbare IP-Adressen stellten. "Der Normalnutzer, der einzelne Adressen über unsere Web-Site abfragt, wird genauso arbeiten können, wie er das jetzt schon tut", sagte Herzig der Nachrichtenagentur Reuters.

Datenschutz

Nach seinen Worten plant die Denic auch Änderungen bei der Herausgabe von Daten über die Domaininhaber. Zurzeit werden bei jeder Datenbankabfrage für eine bereits vergebene Adresse automatisch auch der Name des Inhabers und dessen Anschrift angezeigt. Künftig solle dies aus Datenschutzgründen eingeschränkt werden. Einzelheiten dazu stünden aber noch nicht fest. Nutzer, die die Datenbank nicht mit Hilfe eines Web-Browsers, sondern durch Eingabe so genannter Kommandozeilen abfragten, bekämen die Inhaberdaten bereits ab 1. Juli nur noch nach Eingabe zusätzlicher Parameter übermittelt. (Reuters)

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