Bosnien: 50 Tote aus Massengrab geborgen

25. Juni 2003, 07:28
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Leichensäcke weisen auf Täterschaft der JVA hin - DNA-Analyse soll Klarheit bringen

Sarajewo - Ermittler haben am Dienstag im Osten Bosnien-Herzegowinas 50 Leichen aus einem Massengrab exhumiert. Bei den Opfern handelt es sich vermutlich um Moslems, die zu Beginn des Bosnien-Kriegs (1992-1995) getötet wurden. Das neu entdeckte Massengrab auf dem Territorium der Republika Srpska, der bosnisch-serbischen Gebietseinheit Bosniens, befinde sich auf einem Friedhof nahe Zvornik, teilte die staatliche Vermisstenkommission am Dienstag in Sarajewo mit. Die Opfer sollen zwischen April und Juni 1992 von serbischen Truppen hingerichtet worden sein.

Augenzeugen und Überlebende der Hinrichtungen zeigten den Gerichtsmedizinern das Grab. Im Gegensatz zu anderen Massengräbern waren die Leichen in der Nähe von Zvornik in Leichensäcke verpackt. Diese Säcke gehörten den damaligen jugoslawischen Streitkräften (JVA), die in dem Konflikt auf der Seite der Serben kämpften. Die Behörden erklärten, vier weitere Massengräber mit mindestens 100 weiteren Toten sollen in den kommenden Tagen in der Region untersucht werden. Die Opfer sollen mit Hilfe von DNA-Analysen identifiziert werden.(APA/AP/dpa)

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