Qualvolle Pooh-Bags

24. Juni 2003, 20:32
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Wiener Fiaker-Pferde erlitten beim Praxis-Test Hautabschürfungen und offene Wunden - "Vier Pfoten" fordert Rückname der Verordnung

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" berichtet von einem für die Pferde angeblich qualvollen Praxistest in Sachen Pooh-Bags. Ein Kutschen-Betreiber wollte demnach wissen, wie sich die "Pferdewindeln" bewähren. Ergebnis: Die beiden beteiligten Wiener Fiaker-Pferde haben laut Vier-Pfoten-Aussendungen Hautabschürfungen und offene Wunden erlitten. Die Tiere mussten die Rossäpfel-Behältnisse demnach drei Tage hindurch tragen.

Rücknahme der Verordnung gefordert

Die Organisation forderte Wiens Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) nun auf, die im Vormonat getroffene Verordnung zu den Pooh-Bags, die Anfang Jänner 2004 in Kraft treten soll, "unverzüglich zurück zu nehmen". Laut der geplanten Regelung sind Fiaker ab diesem Zeitpunkt verpflichtet, ihren Tieren die - wie sie offiziell heißt - "Exkremententasche" umzuhängen.

"Die Durchpeitschung der Pooh-Bag-Verordnung lag Kossina deutlich mehr am Herzen als das Wohl der Tiere. Selbst die zuständigen Amtstierärzte haben ganz offensichtlich Scheuklappen und wollen die negativen Konsequenzen, die die Windeln für die Pferde mit sich bringen, nicht sehen", hieß es. Die geplante Regelung sei eine "reine Schreibtischlösung".

Zu viele Fiaker

Die Pooh-Bag-Verordnung bekämpft aus Sicht der Tierschutzorganisation lediglich ein Symptom, aber nicht die Ursache. In Wien gebe es zu viele Fiaker, kritisierte "Vier Pfoten". Im Vorjahr waren 21 Unternehmen mit 142 Kutschen registriert. (APA)

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Vier Pfoten

Lobbyarbeit nach Wiener Kutscherart

Ein Telefonprotokoll - ungekürzt

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    Pooh-Bags im Test: Die beteiligten Wiener Fiaker-Pferde haben laut Vier-Pfoten-Aussendungen Hautabschürfungen und offene Wunden erlitten.

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