Hamas lehnt Waffenruhe ab

24. Juni 2003, 15:12
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Rückschlag für Abbas´Bemühungen um Gewaltverzicht

Gaza - Die radikale palästinensische Hamas-Bewegung hat am Dienstag Medienberichte über eine angeblich unmittelbar bevorstehende Waffenruhe mit Israel zurückgewiesen. Hamas-Sprecher Mahmud al Sahar sagte in Gaza, seine Bewegung habe noch keine endgültige Entscheidung in der Frage getroffen. Die jüngsten israelischen Militäraktionen erschwerten dies weiter. Bei einer Großrazzia der israelischen Armee in Hebron und anderen Orten des Westjordanlandes wurden in der Nacht auf Dienstag mehr als 160 Palästinenser festgenommen. Die Armee begründete die Festnahmen mit dem Kampf gegen die Infrastruktur der Hamas.

Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin hatte eine baldige Entscheidung seiner Organisation über eine Waffenruhe angekündigt. "Die Position von Hamas im palästinensischen Dialog wird in den nächsten Tagen klarer werden", sagte Yassin in einem Interview der saudiarabischen Zeitung "Okaz". Zugleich kritisierte er den Friedens-Fahrplan (Roadmap) für den Nahen Osten als amerikanischen Plan, der sich allein an den Wünschen Israels orientiere.

Ein Sprecher der radikalen Gruppe "Islamischer Heiliger Krieg" sagte am Dienstag in Gaza, auch seine Bewegung habe noch keine endgültige Entscheidung über eine Waffenruhe getroffen. Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) bemüht sich seit Wochen um einen Gewaltverzicht der Extremistengruppen. Israel verlangt die Entwaffnung dieser Organisationen und betont, eine Waffenruhe allein sei nicht ausreichend. Zugleich hält die israelische Regierung im Widerspruch zu den Roadmap-Bestimmungen an "gezielten Tötungen" palästinensischer Extremisten fest. (APA/dpa)

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