Foto ist beliebteste mobile Datenanwendung

24. Juni 2003, 15:10
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Laut Studie von A.T. Kearney und Cambridge University wird Handy zunehmend als Unterhaltungsmedium, aber selten als Informationsmedium genützt

Das Foto ist die derzeit beliebteste Anwendung von mobilen Datendiensten via Handy, geht aus der am Dienstag veröffentlichten aktuellen "Mobinet"-Studie des Unternehmensberaters A.T. Kearney und des Judge Institutes der Universität Cambridge hervor. 83 Prozent aller Handyuser sind mit Foto-Services über das Mobiltelefon vertraut, 63 Prozent sind auch bereit, dafür zu zahlen.

Ranking

Das Versenden von Fotos via Handy (Foto-Messaging) stecke zwar noch "in den Kinderschuhen", berge aber "enormes Wachstumspotenzial", heißt es in der Studie. Im technikaffinen Mobilfunkland Japan etwa sei derzeit ein Rückgang von SMS-Textmitteilungen zu Gunsten von Foto-Mitteilungen zu beobachten.

Nutzung

Ein Drittel aller weltweiten Handyuser nützen laut Studie mindestens einmal im Monat die Internet-Fähigkeiten des Mobiltelefons, was einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Leistungsfähigere Mobiltelefone, erfahrenere Anwender und gestiegene Anwenderfreundlichkeit würden derzeit das Feld für mobiles Multimedia und die dritte Mobilfunkgeneration UMTS bereiten.

Neukauf

48 Prozent der Anwender haben sich der Studie zufolge in den vergangenen 12 Monaten ein neues Handy zugelegt, weitere 31 Prozent planen einen Neuerwerb im kommenden Jahr. 60 Prozent der User wünschen sich dabei eine längere Akku-Lebensdauer und eine bessere Sound- und Übertragungsqualität. Die Anwender würden sich dabei stärker um Sicherheit, Datenschutz und komplexe Technologien kümmern. Sicherheitsaspekte würden vor allem von Amerikanern wahrgenommen, während Europäer eher auf Kostenfragen und Technologie sensibilisiert seien. Japaner würden sich hingegen vor allem für das Tastatur-Aussehen, Inhalte und Zugriffsgeschwindigkeit interessieren.

Nachfrage

Das Handy werde für immer mehr Anwender zum "Unterhaltungsmedium". Spiele, Musik-Downloads, Klingeltöne und Icons würden besonders in Japan, Korea, Hongkong, Singapur und Brasilien vor allem bei der jüngeren Bevölkerung nachgefragt.

Als "Informationsmedium" stehe das Handy hingegen noch am Anfang seiner Entwicklung. Statische Informationen wie Nachrichten oder Wetterberichte würden deutlich mehr nachgefragt als dynamische Informationen wie aktuelle Börsen- und Finanzdaten oder ortsbezogene Dienste (Location Based Services - LBS).

Möglichkeiten

Als Vertriebsmittel berge das Handy noch "erstaunliches Potenzial". Mehr als ein Drittel der befragten Personen wären laut Studie bereit, Eintrittskarten und andere Unterhaltungsangebote per Handy zu erwerben.

Bei der sechsten "Mobinet"-Studie wurden rund 6.000 Telefoninterviews in 15 Ländern - darunter Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und USA - durchgeführt. (APA)

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