Paris: Verdächtige Dokumente der Volks-Mujaheddin

24. Juni 2003, 14:35
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Iranische Exil-Organisation plante offenbar Anschläge in Europa

Paris - Im Hauptquartier der iranischen Volks-Mujaheddin bei Paris hat die Polizei Stadtpläne der französischen Hauptstadt mit Hinweisen auf die amerikanische Botschaft gefunden. Diese Pläne könnten ein "Hinweis auf geplante Aktionen" sein, berichtete die konservative Tageszeitung "Le Figaro" (Dienstag-Ausgabe), die sich auf einen vertraulichen Bericht der französischen Geheimdienste berief. Das Material, das bei der Großrazzia auf das Hauptquartier der Volks-Mujaheddin in der vergangenen Woche beschlagnahmt worden sei, werde noch genau untersucht. Die Polizei habe zudem eine Liste iranischer Geheimdienstagenten gefunden sowie rund neun Millionen Dollar Bargeld, Satelliten-Antennen, kugelsichere Westen und etwa 200 Computer sichergestellt.

Figaro: Anschläge auf Konsulate geplant

Bei der Razzia im Vorort Auvers-sur-Oise waren 165 Mitglieder der islamisch-marxistischen Oppositionsgruppe festgenommen worden. Gegen elf von ihnen, darunter die Leiterin des "Nationalen Widerstandsrates", Marjam Rajavi, wurde Anklage erhoben. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Finanzierung terroristischer Handlungen vorgeworfen. Laut "Figaro" hätten die Volks-Mujaheddin nicht nur Botschaften und Konsulate im Visier gehabt, sondern auch Anschläge auf abtrünnige Mitglieder ihrer eigenen Organisation geplant.

Die Volks-Mujaheddin stehen auf den Terrorlisten der USA und der Europäischen Union. Seit dem Sturz des irakischen Regimes von Saddam Hussein galt der Pariser Vorort Auvers-sur-Oise als Hauptsitz der Organisation, mit deren Milizverbänden im Irak die US-Truppen einen Waffenstillstand geschlossen haben. Der "Nationale Widerstandsrat" war größtenteils von Saddam Hussein finanziert worden. Die Volks-Mujaheddin haben Frankreich beschuldigt, mit dem Regime in Teheran "aus politischen Gründen einen Deal geschlossen" zu haben.(APA/dpa/AP)

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