Führer der Islamischen Bewegung in Israel angeklagt

24. Juni 2003, 13:40
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Araber demonstrieren vor Gerichtsgebäude in Haifa

Haifa/Tel Aviv - Israel hat am Dienstag gegen mehrere führende arabische Mitglieder der Islamischen Bewegung Anklage wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung erhoben. Im Bezirksgericht der Hafenstadt Haifa legte die Staatsanwaltschaft die Anklageschriften gegen die fünf Männer vor. Unter den Angeklagten befinden sich der prominente Scheich Raed Salah und der Bürgermeister der arabischen Stadt Umm el Fahm, Suleiman Abargieh. Die Islamische Bewegung Israels ist eine Organisation israelischer Araber, die sich unter anderem für wohltätige und religiöse Ziele einsetzt.

Hunderte israelische Araber, darunter zahlreiche Mitglieder der Islamischen Bewegung, demonstrierten vor dem Gerichtsgebäude für die Freilassung ihrer Anführer. Den fünf Männern wird von der Anklage die Finanzierung der radikalen palästinensischen Hamas-Bewegung vorgeworfen. Sie sollen im Ausland mit Hilfe islamischer Wohlfahrtsorganisationen mehrere Millionen Dollar gesammelt und an das soziale Netz der Hamas weitergeleitet haben. Die Gelder kamen laut Anklageschrift palästinensischen Häftlingen und Familien von Selbstmordattentätern zu Gute.

Die Festnahme der Männer im Mai hatte zu großer Erbitterung und Protesten unter den israelischen Arabern geführt. Nach Angaben der Polizei konnte eine direkte Beteiligung der islamischen Führer an Terroraktivitäten nicht nachgewiesen werden. Den Festnahmen gingen zweijährige verdeckte Ermittlungen voraus, an denen neben der Polizei auch der Inlandsgeheimdienst Shin Beth beteiligt war.(APA/dpa)

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